DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX vor Krisengipfel: Am Montag geht´s um alles - Freitag tanzen die Hexen

Es kam, wie es kommen musste: Auch das Treffen der Euro-Finanzminister hat keinen Fortschritt im griechischen Schuldendrama gebracht. EU-Gipfelchef Donald Tusk hat ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs der Euroländer zu Griechenland für Montag (22. Juni) einberufen. Immerhin: Der DAX konzentriert sich auf das Wesentliche - und steigt.


Die Zeit läuft Griechenland davon: Ein Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag brachte kein Ergebnis im Schuldenstreit. „EU-Gipfelchef Donald Tusk hat einen Krisengipfel für diesen Montag einberufen“, schreibt das Handelsblatt. Er habe beschlossen, einen Gipfel einzuberufen, und die Griechenlandfrage „auf höchster politischer Ebene” zu besprechen, teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstagabend über den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit, ergänzt die Bild. Griechenlands Regierungschef Tsipras wollte das schon die ganze Zeit, weiß die FAZ. Das Krisentreffen wird nur wenige Tage vor dem regulären EU-Gipfel stattfinden, der für Donnerstag und Freitag geplant ist. Bei diesem Gipfel werden die "Chefs" aller 28 EU-Staaten zusammenkommen. Ob es in der kommenden Woche zu einer Lösung im griechischen Schuldenstreit kommt, bleibt aber weiter fraglich. Selbst wenn bis zum 30. Juni noch eine Vereinbarung zustandekomme, sei es undenkbar, dass bis zu diesem Termin die restlichen Gelder ausgezahlt würden. Sollte es eine Einigung geben, müsste das aktuelle Hilfsprogramm verlängert werden, um Zeit für die Auszahlung zu gewinnen, so Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem auf Tagesschau.de. DER AKTIONÄR hat die möglichen Szenarien hier zusammengefasst.

Der DAX konzentriert sich derweil mal auf andere Themen: Dank guter US-Konjunkturdaten ist dem Leitindex gestern ein kleiner Befreiungsschlag gelungen. Nach einem über weite Strecken nervösen Handel profitierte er von der starken Wall Street und eroberte die 11.000-Punkte-Marke zurück. Darüber hinaus habe auch die weiterhin lockere Haltung der US-Notenbank in puncto Geldpolitik die Kurse gestützt, sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Marktes. Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend den Zeitplan für die lang erwartete Zinswende in den USA weiter offen gelassen.

Was sagt die Charttechnik? Der DAX konnte das wichtige 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement in Bezug auf den primären Aufwärtstrend vom Oktober 2014 bei 10.850 Punkten erneut verteidigen. Der primäre Aufwärtstrend bleibt dadurch signifikant intakt. Auf dieser Basis steht weiterhin ein erneuter Vorstoß in Richtung der oberen Begrenzung des abwärts gerichteten Trendkanals vom April im Bereich um 11.600 Punkte auf der Agenda. Heute könnte es aber noch einmal volatil werden, denn der große Verfallstag, auch Hexensabbat genannt, steht auf der Agenda. Wenn die Hexen mitspielen, könnte der DAX seinem technischen Kursziel ein großes Stück näher kommen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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