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- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX trotzt Griechenland - leichte Erholung am Morgen

Das Drama um die griechischen Schulden findet kein Ende. Am Dienstag hat die Regierung in Athen erwartungsgemäß die ausstehende IWF-Rate nicht beglichen. Es ist das erste Mal, dass eine entwickelte Volkswirtschaft Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht beglichen hat. Außerdem endete auf der Nacht zum Mittwoch das zweite internationale Hilfsprogramm. Am Mittwoch soll deshalb wieder zwischen Geldgebern und Griechenland verhandelt werden. Die Unsicherheit am Aktienmarkt bleibt damit bestehen.

Neue Runde im Schuldenstreit

Die Finanzminister der Eurogruppe wollen am Mittwochvormittag (11.30 Uhr) erneut über die verfahrene Lage in dem pleitebedrohten Krisenland sprechen. EU-Diplomaten erwarten neue Spar- und Reformvorschläge des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

Tsipras soll nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" eine Absage der für Sonntag geplanten Volksabstimmung in Erwägung ziehen, falls es eine schnelle Übereinkunft mit der Eurogruppe gibt. Das habe Finanzminister Gianis Varoufakis seinen Kollegen gesagt. Dessen österreichischer Kollege Hans Jörg Schelling (ÖVP) sagte hingegen im TV-Sender ORF, Varoufakis habe nicht eine Absage in Aussicht gestellt, sondern eine "Ja"-Empfehlung für die Abstimmung.

Last-Minute-Rettung geplatzt

Athen und Brüssel haben Last-Minute-Vorschläge auf den Tisch gelegt, um die gescheiterten Verhandlungen wiederzubeleben. Griechenland brachte am Dienstag ein neues, drittes Hilfsprogramm ins Spiel, das aus drei Elementen besteht: neue Finanzhilfen im Umfang von rund 29 Milliarden Euro, ein Schuldenschnitt und eine kurzfristige Verlängerung des nun in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufenen Hilfsprogramms. In einer eilends einberufenen Telefonkonferenz der Eurogruppe blitzte Athen am Abend mit seinem Antrag zunächst ab.

Damit wurde in der Nacht der bisherige Rettungsschirm eingeklappt, unter dem Griechenland seit dem Frühjahr 2010 vor der Pleite geschützt war. Seither erhielt das Land Hilfszusagen von 240 Milliarden Euro. Ohne Einigung auf ein neues Reformpaket dürfen aber die noch offenen Hilfen aus dem internationalen Hilfsprogramm nicht gezahlt werden. Die Geldgeber - IWF, Europäische Zentralbank (EZB) und die Euro-Partner in Europa - hatten zuletzt rund 16 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

IWF-Rate nicht bezahlt

Die zum Dienstagabend fällige IWF-Rate in Höhe von 1,54 Milliarden Euro zahlte Griechenland nicht zurück. Die IWF-Führung sei darüber vorab informiert worden, teilte ein Sprecher in der Nacht mit. Offiziell sprach der IWF von einem "Zahlungsrückstand". Griechenland könne erst dann neue IWF-Gelder erhalten, wenn die Rückstände bezahlt seien. Dem Sprecher zufolge bat die griechische Regierung zudem um eine Verlängerung der Frist bei der Schuldenrückzahlung. Die IWF-Spitze werde sich damit "zu gegebener Zeit" beschäftigen.

Leichte Erholung

Der DAX kann am frühen Morgen dennoch leicht zulegen. Gegen 7:30 Uhr hat der Broker IG den deutschen Leitindex auf 11.022 Punkte taxiert. Damit bleibt der Index in seinem seit April ausgebildeten absteigenden Dreieck. Entscheidend ist, dass die Marken bei 11.000 und 10.800 Zählern nicht nachhaltig unterschritten werden. Die Volatilität dürfte hoch bleiben.

(mit Material von dpa-AFX)

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