- Michael Schröder - Redakteur

DAX startet durch: Die Hintergründe

Lassen EZB-Präsident Draghi und Fed-Chefin Yellen den Andeutungen Taten folgen, dann treffen steigende US-Zinsen auf eine anhaltende Nullzinspolitik in der Eurozone. Vor allem exportstarke deutsche Firmen würden vom damit weiter geschwächten Euro profitieren.


Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen zuletzt beschleunigt – ein Vorgeschmack auf eine Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen? Durch das noch mindestens bis September 2016 laufende Programm sollen Banken mehr Kredite an Haushalte und Unternehmen vergeben, was die Konjunktur und auch die Inflation anheizen soll. Bisher sind die Auswirkungen auf die Teuerung aber eher bescheiden geblieben.

In den vergangenen Tagen mehrten sich daher die Hinweise auf eine bevorstehende weitere Lockerung der Geldpolitik. „Wenn wir feststellen, dass unser mittelfristiges Ziel der Preisstabilität in Gefahr ist, würden wir unter Anwendung aller uns zur Verfügung stehenden Instrumente handeln, um sicherzustellen, dass ein angemessenes Maß an geldpolitischer Unterstützung vorhanden ist“, so EZB-Präsident Mario Draghi.

Kritikern zum Trotz könnten auf der nächsten EZB-Ratssitzung am 3. Dezember auch andere Instrumente aktiviert werden. „Die EZB ist auf dem Kriegspfad gegen eine mögliche Deflation. Dabei werden keine Gefangenen gemacht; wahrscheinlich geht es mit dem ohnehin bereits negativen Einlagensatz nochmals nach unten“, so Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Wird der Einlagensatz, der seit September 2014 bei minus 0,2 Prozent liegt, weiter gesenkt, dann würde sich der Strafzins für Banken, die Gelder bei der EZB parken, erhöhen. Angesichts dieser Maßnahmen ist an eine Zinserhöhung seitens der EZB mittelfristig nicht zu denken.

Die US-Notenbank Fed dürfte am 16. Dezember die Leitzinsen dagegen leicht anheben. Anders als in Europa erholt sich die Wirtschaft in den USA recht ordentlich. „Nach einer kurzen Ruhepause läuft die Wirtschaft seit dem vierten Quartal 2015 deutlich besser. Mit einer Arbeitslosenquote von lediglich 5,0 Prozent herrscht fast schon Vollbeschäftigung“, so Tobias Basse von der Nord/LB. „Dieses Faktum sollte zunehmenden Handlungsdruck bei den US-Notenbankern auslösen“, führt der Kapitalmarktstratege aus.

Diese gegensätzlichen geldpolitischen Ausrichtungen der Zentralbanken in Washington und Frankfurt dürften den Euro weiter belasten. Heute rutscht der Eurokurs unter die Marke von 1,06 US-Dollar. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Euroland würde erhöht. Vor allem exportstarke deutsche Unternehmen dürften von dieser Entwicklung profitieren. Das lieferte dem deutschen Aktienmarkt zusätzlich Rückenwind – und dürfte den Investoren eine dynamische Jahresendrallye bescheren. 

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Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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