DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX mit Gegenbewegung: EZB-Chef Draghi macht Mut, aber ...

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins unverändert und stockt ihr milliardenschweres Wertpapierkaufprogramm noch nicht auf. Mögliche weitere geldpolitische Lockerungen würden bei der kommenden Zinsentscheidung im März geprüft, so EZB-Chef Mario Draghi. Dann könnten gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Diese Ankündigung quittierte der DAX mit einem kleinen Freudensprung.

Die EZB dürfte noch für längere Zeit an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten oder sogar weitere Lockerungen vornehmen. Die Abwärtsrisiken für die Konjunktur seien zuletzt weiter gestiegen, sagte EZB-Chef Mario Draghi im Anschluss an die jüngste Zinsentscheidung bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt. "Unsere Geldpolitik kennt innerhalb unseres Mandats keine technischen Grenzen."

Die zu erwartende Inflationsentwicklung dürfte im laufenden Jahr signifikant geringer sein, als zuletzt angenommen, sagte Draghi. Zudem gebe es weiter Risiken bezüglich des Wirtschaftswachstums, wenn sich auch die Erholung in der Eurozone fortgesetzt habe. Die niedrigen Ölpreise stützten den Konsum und die Investitionen. Die jüngsten Entscheidungen der EZB seien angemessen gewesen und die Geldpolitik wirke, sagte Draghi. Im März würden mögliche weitere Maßnahmen geprüft.

Monatlich kauft die EZB nach derzeitiger Planung bis zum März 2017 Wertpapiere im Volumen von durchschnittlich 60 Milliarden Euro. Anfang Dezember hatte die Notenbank neben einer Absenkung des Einlagensatz für Geschäftsbanken im Kampf gegen die zu niedrige Inflation das ursprünglich bis zum Herbst 2016 geplante Kaufprogramm für Wertpapiere um ein halbes Jahr verlängert. Zudem wurde die Palette an Wertpapieren, die für das Programm infrage kommen, auch auf regionale Anleihen ausgeweitet.

Der fallende Ölpreis lässt Draghis Ziel der Preisstabilität, also einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent, in weite Ferne rücken. Im Dezember lag die Teuerungsrate in der Eurozone bei 0,2 Prozent. Draghi sitzt in der Zwickmühle. Denn solange der fallende Ölpreis die Inflationsrate weiter drückt, wird selbst seine durchgeladene Bazooka wirkungslos verpuffen. Dem Verfall tatenlos zusehen, kann der EZB-Chef aber auch nicht. Es bleibt also spannend, welche Karte er spätestens im März ausspielt.

Der DAX regiert auf mögliche weitere EZB-Maßnahmen im März in einer ersten Reaktion dennoch mit deutlichen Aufschlägen. Fällt der DAX dennoch unter die massive Unterstützung bei 9.325 Punkten, drohen aus charttechnischer Sicht erneut kräftige Anschlussverluste bis 8.900 Punkte. Die ersten Ziele auf der Oberseite liegen bei 9.500 und 9.625 Punkten.

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(Mit Material von dpa-AFX)

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