DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX in Erwartungshaltung - Deadline ist um 13:45 Uhr!

Die Unsicherheit über die weitere Geldpolitik in der Eurozone dürfte den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zunächst leicht ins Minus befördern. Dazu beitragen sollte auch die schwächere Schlusstendenz an der Wall Street vom Mittwoch. Die US-Werte kamen wegen zunehmender Anzeichen einer baldigen US-Zinswende unter Druck. US-Notenbank-Chefin Janet Yellen hatte von einem robusten US-Arbeitsmarkt und einer stärkeren Inflation gesprochen, was als Signal für eine Zinserhöhung im Dezember interpretiert wurde.

DAX; Chart

Der XDAX notiert um 8:30 Uhr bei 11.176 Punkten und damit leicht unter dem Xetra-Schluss vom Vortag (11.190). Bereits in den vergangenen beiden Tagen musste der deutsche Leitindex seiner zuletzt rasanten Rallye mit dem Sprung auf den höchsten Stand seit August Tribut zollen. Die zwei langen schwarzen Kerzen lassen für die nächsten Stunden nichts Gutes erwarten. Es droht ein Rücksetzer unter den Unterstützungsbereich bei 11.150 Zähler, der aus der unteren Gapkante von August und dem kurzfristigen Aufwärtstrend resultiert. Wesentlich wichtiger ist selbstverständlich die 200-Tage-Linie, die bei 11.085 Punkten verläuft.

Großes Enttäuschungspotenzial

Die Charttechnik hat aber spätestens um 13:45 Uhr ausgedient. Dann wird Mario Draghi die Entscheidung der EZB bekanntgeben. Die Erwartungen hinsichtlich einer weiteren geldpolitischen Lockerung sind hoch. Die Mehrheit der Beobachter rechnet mit einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms sowie einer Senkung des Einlagensatzes im Kampf gegen die zu niedrige Inflation im Euroraum. Vor allem auf das Ausmaß der Lockerungen kommt es Experten zufolge an, um negative Überraschungen zu vermeiden.

Risikopositionen reduzieren

Technisch betrachtet spricht auf Sicht der nächsten Stunden alles für eine Fortsetzung der Korrektur. Zudem kann niemand vorhersagen, wie die Märkte auf die EZB-Entscheidung reagieren werden. Es dürfte aber sehr volatil zugehen. Wer nur auf Traden aus ist, sollte vor der Mittagspause alle Positionen schließen.

(Mit Material von dpaAFX)

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