DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX in der Türkei-Falle - Erdogan hofft auf Gottes Hilfe

Der dramatische Ausverkauf der Türkischen Lira schürt bei den Börsianern Angst vor Zahlungsausfällen bei Banken und zieht mittlerweile die Aktienmärkte mit nach unten. Der DAX verliert am Vormittag (11 Uhr) 200 Zähler und notiert damit unterhalb von 12.500 Punkten. Präsident Recep Tayyip Erdogan versucht indes, die Furcht vor einem weiteren Verfall der Landeswährung zu zerstreuen und hält eine Brandrede.

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung sprach Erdogan am späten Donnerstagabend in Rize am Schwarzen Meer zu seinen Anhängern zu. "Macht Euch keine Sorgen", rief er. "Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott“, so der türkische Machthaber.

Türkei pleite?

Carsten Hesse, Chef-Ökonom der Berenberg Bank, warnt sogar vor einem Staatsbankrott: "Die Türkei steckt in großen Schwierigkeiten. Nach einem kreditgetriebenen Boom weisen der Anstieg der Inflation und der dramatische Währungsverfall in 2018 darauf hin, dass das Land nun Gefahr läuft, auf eine Pleite zuzusteuern." Erdogan macht zurzeit auch keine Anstalten, unter dem Druck der Finanzmärkte einzulenken.

Aus technischer Sicht drohen dem DAX ebenfalls Schwierigkeiten, sollte der Index zum Handelsschluss unterhalb von 12.546 Punkten - dem jüngsten Verlaufstief auf Schlusskursbasis - schließen. Dieses Verkaufssignal dürfte den DAX in Richtung Unterstützung bei 12.400 Punkten drücken. Darunter wäre dann eine Beschleunigung der Abwärtsdynamik zu befürchten.

Das Stop-Buy-Limit des AKTIONÄR aus Ausgabe 33/2018 hat bis morgen noch Gültigkeit, wird aber vor diesem Hintergrund wahrscheinlich nicht mehr erreicht werden. Angesichts der Entwicklung in der Türkei ist eher eine Position auf der Short-Seite zu überdenken. DER AKTIONÄR wird seine Abonnenten zu gegebener Zeit per E-Mail-Newsletter informieren.

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