DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX im Grexit-Modus: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben vor dem Eurogruppen-Treffen zu Griechenland nervös. Der DAX startet entsprechend schwach in den Handel. Aber auch heute gilt: Alles ist möglich – nach oben wie unten.

Die Finanzmärkte bleiben wegen der Unsicherheit um die Griechenland-Krise sowie den Zeitpunkt einer Leitzinserhöhung in den USA schwankungsanfällig. Die US-Notenbank (Fed) hatte am Vorabend den Zeitplan für die lang erwartete Zinswende weiter offen gelassen. An den Märkten wurde zuletzt eine erste Leitzinserhebung für den September prognostiziert, die aber nach Einschätzung von Volkswirten nicht sicher ist.

Mit Blick auf Griechenland kommen die Finanzminister der Euroländer am heutigen Donnerstag zu neuen Beratungen über den Streit mit Athen zusammen. Es sei aber fraglich, ob der Schuldenstreit beigelegt werden könne, so die Analysten von der Landesbank Helaba. Der Ton zwischen Athen und den Geldgebern sei zuletzt schärfer geworden und eine Kompromissbereitschaft sei vor allem auf griechischer Seite nicht erkennbar. Schon am Morgen, um 9.00 Uhr, tritt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ans Rednerpult im Plenarsaal des Bundestages.

Was sagt die Charttechnik? „Auch wenn sich gestern keine Anschlussnachfrage gezeigt hat, so kann der DAX für sich verbuchen, das wichtige 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement in Bezug auf den primären Aufwärtstrend vom Oktober 2014 bei 10.850 Punkten zunächst noch erfolgreich verteidigt zu haben“, so die technische Analyse der DZ Bank. Der primäre Aufwärtstrend bleibe dadurch signifikant intakt. Auf dieser Basis stehe weiterhin ein erneuter Vorstoß in Richtung der oberen Begrenzung des abwärts gerichteten Trendkanals vom April im Bereich um 11.600 Punkte auf der Agenda.

Die Analysten haben aber auch das negative Szenario unter die Lupe genommen: „Insgesamt würde nur ein nachhaltiges Abkippen unter die 10.850 Punkte-Marke die Charttechnik auf der längerfristigen Zeitebene eintrüben. Überraschen uns die politischen Akteure nicht mit einem „negativen“ Ereignis (Causa Griechenland), sind schwächere Kurse jedoch Wiedereinstiegsgelegenheiten.“ Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone sei dagegen nicht eingepreist: „Laut der jüngsten Merrill Lynch-Umfrage rechnen nur 15 Prozent der Fondsmanager mit einem solchen Szenario. Ein Grexit wäre demnach als echte negative Überraschung einzustufen.“

Setzt der heimische Leitindex also seinen Abwärtstrend weiter fort, ist nach einem erneuten Rücksetzer bis 10.700 Punkten sogar ein Abrutschen bis zur 200 Tage-Linie bei aktuell 10.505 Punkten sehr wahrscheinlich.

Die Berg- und Talfahrt bei DAX und Co wird sich heute wieder beschleunigen. Derzeit scheint es besser abzuwarten, bis der griechische Knoten zerschlagen ist.


Welche Veränderungen kommen im Bankensektor auf uns zu?

Breaking Banks

Autor: King, Brett
ISBN: 9783864702389
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 04.12.2014
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden

"Disruption" ist der Begriff der Stunde. Neue Technologien krempeln altbewährte Geschäftsmodelle um und lassen Marktführer zu Verlierern werden. So geschehen in der Musikindustrie, bei Büchern und vielem mehr. Kommen jetzt die Banken dran? Bestsellerautor Brett King untersucht, welche Veränderungen auf den Bankensektor zukommen. Seiner Meinung nach wird dieser "in den nächsten zehn Jahren mehr Veränderung sehen als in den letzten hundert." Ob Cloud-Lending, Neo-Banks, FinTech oder Social Banking: King untersucht die Trends und Möglichkeiten und identifiziert Gewinner, Verlierer und Perspektiven.

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