DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX-Gegenbewegung läuft: Mögliche Ziele, Chancen und Risiken im Überblick!

Der DAX startete nach dem schlechtesten Jahresauftakt seiner Geschichte gestern zu einer Gegenbewegung. Diese dürfte sich heute nach guten Außenhandelsdaten aus China und starken Vorgaben von den Börsen aus Übersee zunächst fortsetzen. Anleger sollten aber nicht in Euphorie verfallen und sich auf einen volatilen Handel einstellen.

Der US-Aktienmarkt hat am Dienstag dank einer starken zweiten Handelshälfte die Vortagesgewinne ausbauen können. Nach einem zuversichtlichen Start bröckelten die anfänglichen Gewinne zunächst ab, in den letzten beiden Handelsstunden nahm der Dow Jones Industrial aber wieder Fahrt auf. Der US-Leitindex kletterte am Schluss um 0,72 Prozent auf 16.516,22 Punkte. Langsam aber sicher finde der US-Markt wieder Boden unter den Füßen, so der Tenor auf dem Parkett.

Aus China gab es über Nacht erste Hoffnungszeichen für die chinesische Wirtschaft: Der in den vergangenen Monaten schwache Außenhandel besserte sich zum Jahresende dank des schwachen Yuan etwas. „Der chinesische Außenhandel präsentiert sich zum Jahresende 2015 robuster als erwartet, was letztlich zumindest ein Argument dafür liefert, dass die die heftigen Bewegungen an den Aktien- und Devisenmärkten nicht realwirtschaftlich begründet sind", heißt es bei der Nord/LB. „Insgesamt gehen wir dennoch weiterhin davon aus, dass die Nettoexporte im Jahr 2016 eher zu einer Wachstumsverlangsamung beitragen. Aufhorchen lassen außerdem die Zahlen zur Sonderverwaltungszone Hongkong. Mit Blick auf die für den Renminbi so beschwerlichen Kapitalabflüsse sollten die robusten Dezemberzahlen aber insgesamt zu einer willkommenen Entlastung beitragen", so die Experten weiter.

Doch damit nicht genug: Bei einem Blick über China hinaus sei ein gewisser Optimismus durchaus angebracht, etwa mit Blick auf die USA, so Analyst Frank Wohlgemuth von der WGZ Bank. Dort hatte die Wirtschaft zuletzt deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Nach Auffassung der Commerzbank-Analysten dürften zudem die Einzelhandelsumsätze für Dezember am kommenden Freitag belegen, dass der private Konsum weiterhin das Wachstum ankurbelt. Von dem am Mittwochabend veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank erhoffen sich die Anleger derweil Hinweise darauf, wie steil der Zinserhöhungspfad in den Vereinigten Staaten verlaufen könnte.

Hierzulande könnte sich die im Jahresverlauf moderate, aber stabile konjunkturelle Erholung auch im vierten Quartal weiter fortgesetzt haben, heißt es bei der Postbank. Deren Experten gehen davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2015 um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Die Daten werden am Donnerstag veröffentlicht.

Der US-Aluminiumkonzerns Alcoa hat traditionell die Berichtssaison in den USA einläutet. Am Donnerstag folgen die Bank JPMorgan und der Chiphersteller Intel bevor zum Wochenschluss die Finanzinstitute Citigroup und Wells Fargo ihre Bücher öffnen. Nachdem SAP bereits gestern erste Eckdaten veröffentlicht hat, will sich am Donnerstag der Konsumgüterkonzern Beiersdorf zum Umsatz äußern.

Was sagt die Charttechnik? Gestern konnte der DAX die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten zwar zwischenzeitlich zurückerobern, fiel zum Handelsschluss aber wieder unter diese Marke. Heute dürfte der Leitindex einen neuen Versuch starten, sich im fünfstelligen Bereich zu behaupten. Mit einer Rückeroberung des Bereichs um 10.120 Zähler würde sich das Chartbild wieder etwas aufhellen. Die Nervosität bleibt aber hoch. „Das Angstbarometer des deutschen Leitindex, der VDAX, notiert aktuell im Bereich um sein Jahreshoch um rund 30 Punkte“, erklärt Jens Klatt von DailyFX. „Das bedeutet nichts weiter, als dass die Marktteilnehmer in den kommenden 30 Tagen eine Schwankungsbreite im DAX von rund 850 Punkten, sowohl nach oben, als auch nach unten erwarten und somit auch ein Test des Jahrestiefs aus 2015 noch nicht vom Tisch ist“, so der Experte weiter.

„Als erster Widerstand ist zunächst einmal das lokale Tief von Mitte Dezember um 10.120 Punkte zu nennen“, heißt es bei der DZ Bank. „Insgesamt sollten alle Zugewinne, die unterhalb des 38,2-Prozent-Fibonacci Retracements der Verkaufswelle seit Ende Dezember um 10.210 Punkte verbleiben, nur als eine Gegenbewegung im weiterhin intakten kurzfristigen Abwärtstrend betrachtet werden“.

(Mit Material von dpa-AFX)

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