- Andreas Deutsch - Redakteur

DAX steigt auf 10.000 Punkte, wetten?

Trotz Schuldenkrise und geringen Wachstums: Der DAX könnte bis zum Jahresende wieder an sein Rekordniveau vom Mai heranrücken. Davon jedenfalls sind die Experten überzeugt. Am Donnerstag lässt der deutsche Leitindex nach der Rede von Fed-Chef Bernanke Federn.

Zuletzt drückten zwar Sorgen um die Euro-Schuldenkrise, die Flaute in einigen Schwellenländern sowie vor allem die Furcht vor dem Ende der Notenbank-Geldschwemme auf die Stimmung der Anleger. Das Rekordhoch vom 8.558 Punkte ist so erst einmal aus dem Blick geraten. Die Optimisten könnten aber bald wieder zurückkehren. Die 14 von dpa-AFX befragten Experten rechnen zum Jahresende mit einem Stand von rund 8.500 Punkten.

10.000 Punkte in einem Jahr

Auch 10.000 sind "keine Utopie mehr, sondern durchaus vorstellbar", sagt M.M.-Warburg-Stratege Carsten Klude. Dazu muss sich nach Einschätzung von LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert vor allem das Wachstum wieder beschleunigen. "Zudem müssten die Gewinne der Unternehmen kräftig ansteigen." Das werde aber nur passieren, wenn es in der Staatsschuldenkrise in Europa nachhaltige Fortschritte gibt.

Darüber hinaus dürften die Notenbanken nicht zu stark auf die Bremse treten, meint Burkert weiter. Sollte das so kommen, sei ein DAX-Stand von 10.000 Punkten bis Mitte 2014 möglich.

Die meisten Volkswirte gehen ohnehin davon aus, dass die Fed den Geldhahn nur sehr langsam zudrehen wird. Andernfalls droht ein Ende der ohnehin wackligen Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. Aber auch bei einer langsamen Drosselung der Staatsanleihenkäufe durch die Währungshüter dürften die Renditen für Anleihen erst einmal wieder steigen und die Aktienmärkte belasten.

Bereits 1994 habe der DAX nach einem massiven Anstieg der US-Renditen in der Spitze zwölf Prozent verloren, schrieb DZ-Bank-Experte Christian Kahler. "Sobald den Anlegern aber klar geworden ist, dass die Wirtschaft trotz einer Drosselung der expansiven Geldpolitik weiter wachsen wird, dürfte eine potenzielle Kursdelle zügig egalisiert werden."

dpa-AFX

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