DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Jens Ehrhardt: Die Eurokrise kommt wieder

Deutschlands berühmtester Fondsmanager kann den Optimismus vieler Marktteilnehmer nicht teilen. Im Interview mit dem AKTIONÄR weist er auf zu viele ungelöste Probleme hin. Ob Aktien steigen werden, kommt laut dem Profi auf zwei Faktoren an.

Die US-Konjunktur läuft, für viele völlig überraschend, gut. Die amerikanische Börse ist kräftig gestiegen. Zu weit? Man sollte mittlerweile nicht zu hohe Erwartungen haben an die Wall Street, meint Jens Ehrhardt im Interview mit dem AKTIONÄR. „Der US-Aktienmarkt ist – wie es so schön heißt – priced for perfection. Die Anleger erwarten, dass die Unternehmensgewinne mit den Kursen mithalten, am besten sollen die Erwartungen noch übertroffen werden. Ich sehe aber nicht, wo das Wachstum herkommen soll – vor allem jetzt, wo es zu keinem weiteren Quantitative-Easing-Programm kommt.“

Die Chancen für DAX und Euro Stoxx 50 seien ebenfalls durchwachsen, so der Fondsprofi. „Ich befürchte, dass im kommenden Jahr das Thema Eurokrise wieder hochkochen kann.“ In Griechenland würde zwar erst 2016 ein neues Parlament gewählt. „Aber die derzeitige Samaras-Regierung ist meiner Meinung nach wackelig, sodass es mich nicht wundern würde, wenn es zu vorzeitigen Wahlen käme. Und wenn sich dann die radikale Linkspartei durchsetzt, die raus aus dem Euro will, wären wir wieder mittendrin in der Krise.“

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Draghi missverstanden? DAX-Turbo gibt Gas

Nach den Aussagen von Mario Draghi gestern sind die Aktienmärkte unter Druck geraten. Inzwischen hat sich der DAX aber wieder erholt und sich deutlich von den Tiefstständen gelöst. Die Ursache: Die EZB sieht sich missverstanden. Draghis Äußerungen seien falsch interpretiert worden. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX bereitet Schmerzen - Ende der Trading-Range?

Der Anstieg auf 12.840 Punkte ist dem DAX am Vortag nicht gut bekommen. Einen Tag später notiert der deutsche Leitindex schon wieder unterhalb der Marke von 12.700 Zählern. Neben der Gewinnwarnung von Schaeffler drücken die gescheiterte STADA-Übernahme und die auf Eis gelegten Fusionspläne bei … mehr