DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX-Check: Nach der Panik ist vor der Rallye - und was macht der Goldpreis?

Knapp ein Jahr lang sah der DAX die Marke von 9.000 Punkten nur von oben, schloss nie tiefer. Im Laufe der vergangenen Woche kam dann der Einruch - und der hatte es in sich. Charttechnische Unterstützungen wurden gleich reihenweise unterschritten. Wachsende Wirtschaftssorgen haben den Leitindex heute sogar auf den tiefsten Stand seit etwas mehr als einem Jahr gedrückt. Doch dann setzte eine dynamische Gegenbewegung ein. War das die Wende?

Die Stimmung an den Aktienmärkten wird angesichts der zunehmenden Konjunktursorgen immer nervöser. Allein in den vergangenen vier Wochen knickte der DAX um mehr als zehn Prozent ein. Den vorläufigen Höhepunkt seiner Talfahrt markierte der Leitindex heute mit dem dynamischen Abrutschen auf sein neues Jahrestief bei 8.354 Punkten. Das Angstbarometer VDAX zog zeitweise um mehr als 25 Prozent auf 33,45 Punkte an, den höchsten Stand seit dem Sommer 2012. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Der Kurseinbruch habe Züge von "Panik-Charakter" gehabt, sagte ein Händler.

Wie schnell sich das Blatt in Zeiten wie diesen wieder wenden kann, wurde am Nachmittag deutlich. Nach soliden Daten zur US-Industrieproduktion drehte der DAX kräftig auf und kletterte sogar wieder in den grünen Bereich. Zusätzliche Unterstützung gab es durch überraschende Aussagen von James Bullard, Chef der regionalen Notenbank von St. Louis. "Die Inflationserwartungen gehen zurück", sagte Bullard. Das sei ein wichtiger Faktor für eine Notenbank. "Die Fed sollte daher über eine Verschiebung des Endes der Anleihekäufe nachdenken." Die Aussagen von Bullard kommen insofern überraschend, da er nicht zu den Fed-Mitgliedern gehört, die sich im Zweifel für eine lockere Geldpolitik aussprechen. In der vergangenen Woche hatte er noch davon gesprochen, dass die Fed bereits im ersten Quartal die Leitzinsen anheben wird. Weitere Informationen dazu erwarten Marktteilnehmer von der Fed-Sitzung am 28. und 29. Oktober. Bis dahin hat dann auch die heimische Berichtssaison deutlich an Fahrt aufgenommen.

Die jüngsten Inflationsdaten, die die Ängste vor einer Deflation eher noch befeuerten, spielen aber auch EZB-Chef Mario Draghi in die Karten, weitere liquiditätssteigernde Maßnahmen zu ergreifen. Auch diese könnten die Indizes weiter befeuern.

Charttechnisch zeichnet sich klare Handelsmarken ab: Aus einer überverkauften Marktlage allein lässt sich zwar noch kein Erholungspotenzial ableiten. Die Chance, dass der DAX zu einer technischen Gegenbewegung bis in den Bereich von 8.700 Punkten ansetzt und/oder sogar die Nackenzone der Toppbildung bei gut 8.900 Zählern zurückerobert, steigt dennoch stündlich. Wann es soweit ist, kann man derzeit nur schwer einschätzen. Sicher ist dagegen: Wird das Jahrestief bei 8.354 Punkten unterschritten, würde ein neues Verkaufssignal mit Ziel 8.000 Zähler generiert werden.

Und wie steht es um den oft als Krisenwährung bezeichenten Goldpreis? Bullen und Bären liefern sich gerade eine Schlacht um die Marke von 1.240 Dollar. Der Ausgang ist – noch – ungewiss. Unter Trading-Aspekten rät Markus Bußler, Rohstoffexperte vom Anlegermagazin DER AKTIONÄR, Anlegern derzeit eine Richtung abzuwarten. Gelingt der Ausbruch nach oben, würde sich ein Trading-Long mit Ziel 1.280 Dollar anbieten. Bei einem Rutsch unter die Marke wäre ein neuerlicher Test der 1.180 Dollar möglich. In seiner Sendung „Börse live – Gold spezial“ widmet sich Bußler diesmal dem Kauf von physischen Edelmetallen. Wo sollten Anleger Gold und Silber kaufen? Wie sollen Edelmetalle verwahrt werden? Was muss beim Verkauf beachtet werden? Wie kann man die Preise der Online-Anbieter am besten miteinander vergleichen? All diese Fragen werden in der Sendung erläutert.

 

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Schwarzer Montag? Alles halb so wild!

Vor exakt 30 Jahren gab es an den Aktienmärkten ein Erdbeben. Der Dow Jones brach am 19. Oktober 1987 innerhalb weniger Stunden um 23 Prozent ein. Auch heute sind die Vorzeichen rot, und einige Anleger werden am Vormittag bei 12.900 Punkten nervös gewesen sein. Doch mittlerweile hat sich die Lage … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Nach Rekordwoche: Macht der DAX weiter so?

Der deutsche Leitindex ist in der vergangenen Woche erstmals über 13.000 Punkte gestiegen, und auch zum Wochenauftakt hält sich der DAX über dieser psychologisch wichtigen Marke. Doch die Euphorie darüber hält sich in Grenzen, wie der jüngste Seitwärtsverlauf zeigt. Möglicherweise warten die großen … mehr
| Michael Schröder | 0 Kommentare

Top-Empfehlungen und reale Börsengewinne: Tom Tailor +10%, MBB +21%, Hypoport +25%, Infineon Mini-Long +31%, Sixt-Turbo +730% - so können auch Sie profitieren!

Mit dem Real-Depot vom AKTIONÄR bringen Sie neuen Schwung in Ihr Depot. Seit Auflage im Mai 2010 hat das Depot um über 250 Prozent an Wert zugelegt. Seit Jahresanfang beträgt das Plus mehr als 28 Prozent. Bei diesem exklusiven Dienst stehen Trading-Chancen aus charttechnischer Sicht, aufgrund von … mehr