DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX-Check: Die Bullen melden sich zurück!

Der DAX hat sich am Montag deutlich von seinem Kursrutsch in der Vorwoche erholt. Ist die erste größere Konsolidierung in diesem Jahr damit bereits beendet? Während die ersten Bullen bereits wieder mit den Hufen scharren, halten die Skeptiker sogar einen Absturz bis auf 10.450 Punkte für möglich.

Nachdem in der vergangenen Woche weder die Unterstützung im Bereich um 12.000 Zähler noch die bei 11.800 Punkten Halt bieten konnte, sah es so aus, als würde nun die horizontale Unterstützung bei 11.600 Zählern in den Fokus rücken. Doch schneller als erwartet haben die Bullen heute Vormittag wieder Druck gemacht und den Leitindex deutlich nach oben getrieben. Noch ist es aber zu früh, Entwarnung zu geben. Erst mit einem Anstieg über die 12.000-Punkte-Marke würde sich das Chartbild aufhellen.

Für die Börsianer gute Nachrichten kamen aus China: Die Notenbank hatte die Senkung des sogenannten Mindestreservesatzes um einen Prozentpunkt angekündigt. Dies ermöglicht es den Banken, einen größeren Anteil ihrer Mittel für Kredite zu verwenden, anstatt das Geld bei der Notenbank parken zu müssen. Damit soll die schwächelnde Konjunktur angekurbelt werden. Die Anleger in Europa werteten den Schritt positiv, wenngleich die Börsen des Landes nach anfänglichen Gewinnen wieder ins Minus gerutscht waren. China sei zum schnellen Handeln bereit, falls das Wirtschaftswachstum weiter schwächeln sollte, sagte Marktanalyst James Hughes vom Handelshaus Etoro.

Wie geht es kurzfristig weiter? Neben dem Grexit-Thema gibt es in den nächsten Tagen noch einige potenzielle Impulsgeber. Beim am Dienstag erwarteten ZEW-Index, der die deutschen Konjunkturerwartungen von Finanzmarkt-Analysten widerspiegelt, und auch dem ifo-Geschäftsklima-Index als wichtigen Frühindikator für die deutsche Wirtschaftsentwicklung ist laut der Helaba der Spielraum nach oben inzwischen begrenzt. Weitere wichtige Daten werden am Donnerstag von den europäischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsektor erwartet.

Im spärlich gefüllten Konjunkturkalender der USA in der neuen Woche ragen nur die Auftragseingänge für langlebige Güter im März hervor, die am Freitag veröffentlicht werden. Diese zeigten in den letzten Monaten einen Abwärtstrend, der sich laut der Postbank weiter fortgesetzt haben dürfte, und untermauerten damit die konjunkturelle Schwächephase in den USA.

 (Mit Material von dpa-AFX)

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