DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Bremain-Kampagne legt zu - DAX urplötzlich bei 9.900!

Die sinkende Zustimmung für einen Brexit in aktuellen Umfragen beflügelt den DAX am Montagmorgen. Eine halbe Stunde vor Handelsauftakt auf Xetra pendelt der XDAX um die Marke von 9.900 Punkten und damit fast drei Prozent über dem Freitagsschluss. Am deutschen Aktienmarkt könnte es zu einer wichtigen Umkehrformation kommen.

Brexit-Lager reduziert sich

Grund für die Euphorie: In Großbritannien haben die Gegner eines EU-Austritts nach mehreren Umfragen zuletzt wieder an Boden gutgemacht. Der Trend bei Online- und Telefonbefragungen sowie den Wettanbietern spreche derzeit klar für einen Verbleib, sagte ein Händler. Am Wochenende hatte sich Stanley Johnson, Vater des prominentesten Brexit-Befürworters Boris Johnson, für einen Verbleib seines Landes in der EU ausgesprochen. Zudem verließ eine prominente Befürworterin das Brexit-Lager. Das britische Pfund kann sich entsprechend weiter deutlich erholen.

In Asien reagieren die Aktienmärkte entsprechend positiv: In Japan steigt der Nikkei um mehr als zwei Prozent, der Hang Seng um 1,8 Prozent. Lediglich in Shanghai verharren die Kurse auf der Stelle.

Island Reversal?

Angesichts der vorbörslichen XDAX-Kurse ist ein sogenanntes Island Reversal beim DAX so gut wie sicher. Es handelt sich hierbei nach Definition um ein Tief, das nach beiden Seiten von Gaps umgeben ist. Es hängt also wie eine Insel unter den Gaps im Leeren. Diese Kurslücken sind in der Regel sehr aussagekräftig und haben eine hohe Prognosequalität.

Sollte der DAX nicht wieder zurückfallen, könnte dies heute der Startschuss für eine starke Erholungsrallye sein. Man sollte aber nicht zu früh in Euphorie verfallen. Kommt es zum Brexit, sind wahrscheinlich alle charttechnischen Gesetzmäßigkeiten Makulatur und der DAX wieder im freien Fall. Bis Mittwoch könnte es aber durchaus in Richtung 10.000 Punkte gehen, sollten die Bremain-Befürworter in den Umfragen weiter zulegen können.

Stop-Buy-Limit vor Ausführung

DER AKTIONÄR hat in seiner aktuellen Ausgabe 26/2016 ein Stop-Buy-Limit für einen Turbo-Optionsschein platziert. Diese Ausgabe können Sie hier bequem herunterladen.

(mit Material von dpa-AFX)

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