Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Börsenjahr 2012: Das sind die Verlierer

Trotz Schuldenkrise und Angst vor Inflation, Euro und Rezession war 2012 ein sehr erfolgreiches Jahr für Aktionäre. Der DAX kletterte um 30 Prozent und nähert sich den alten Hochs. DER AKTIONÄR zieht Bilanz: Für wen war 2012 ein Flop-Jahr?

Solaraktien: Es war ein katastrophales Jahr für Solarworld, Q-Cells und Co. Hilflos mussten die einst gefeierten Manager der deutschen Solarindustrie zusehen, wie Billiganbieter aus Fernost die Preise immer weiter nach unten trieben. Q-Cells musste im Sommer Insolvenz anmelden und wurde schließlich vom koreanischen Unternehmen Hanwha geschluckt. Die Aktie von Solarworld verlor zwei Drittel ihres Börsenwerts. Angesichts von Überkapazitäten und dem harten Wettbewerb ist eine Trendwende im Solarmarkt nicht absehbar, sagt NordLB-Analyst Holger Fechner. Solarworld-Aktionäre sollten ihre Anteilsscheine verkaufen.

Major Tom stürzt ab

Thomas Enders: Die von ihm angeschobene Mega-Fusion der Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems erlebt eine Bruchlandung. Der EADS-Chef hat den politischen Widerstand vor allem in Deutschland unterschätzt. Der geplatzte Deal schwächt die Position von "Major Tom" - wie Enders gern genannt wird.

Jürgen Fitschen: Der neue Co-Chef an der Spitze der Deutschen Bank - zusammen mit Anshu Jain - war zunächst ein Gewinner. Doch dann häufen sich die Negativmeldungen. Nach einer Steuerrazzia beschwert sich Fitschen bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier über den massiven Einsatz der Ermittler. Später bedauert Fitschen den Anruf.

Peter Löscher: Als Chef von Deutschlands Vorzeigekonzern Siemens muss der Österreicher schwere Fehler eingestehen. Die Kosten laufen aus dem Ruder, die Gewinne sind unter Druck. Das Solargeschäft entpuppt sich als Fehlinvestition. Peinlich: Die geplatzte Auslieferung der ICE-Züge an die Deutsche Bahn.

Mark Zuckerberg: Wohl selten hat ein Börsengang eine derartige Aufmerksamkeit erregt wie bei Facebook. Auf die Euphorie folgt der Kurseinbruch. Gründer, Chef und Hauptaktionär Mark Zuckerberg stürzt in der Forbes-Rangliste der reichsten Amerikaner von Rang 14 auf 36 ab. Sein Vermögen schmilzt von 17,5 auf 9,4 Milliarden Dollar.

Bob Diamond: Der Libor-Skandal um die britische Großbank Barclays kostet den Amerikaner in London den Job. Die von ihm geführte Bank hatte über Jahre gefälschte Zinssätze gemeldet. Diamond, einst einer der mächtigsten Banker der Welt, wurde zu einer Symbolfigur für unsaubere Geschäfte in der Londoner City.

Franz Koch: Er legt eine Blitzkarriere hin, aber nach erst anderthalb Jahren als Puma-Chef wird er vom französischen Großaktionär PPR ausgewechselt, Ende März 2013 ist Schluss. Zuvor hat sich Kochs großer Förderer endgültig aus der Puma-Welt zurückgezogen, sein Amtsvorgänger Jochen Zeitz.

Mit Material von dpa-AFX

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Das wird richtig teuer

Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank hat Vorstandschef Christian Sewing im Mai „harte Einschnitte“ angekündigt, um die kriselnde Großbank zurück auf Wachstumskurs zu bringen. Während im Hintergrund an der neuen Strategie gearbeitet wird, wachsen Zweifel, ob sich die Deutsche Bank die nötigen … mehr