DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX im Fokus: Crash, Jahresendrallye oder Achterbahn? Das müssen Anleger nach der Hammer-Woche wissen!

Was für eine Woche: Erst haben Sorgen um die Konjunktur und um früher als erwartet steigende US-Leintzinsen DAX und Co kräftig ins Minus gedrückt. Zum Ende der Woche gab es dann eine ebenso dynamische Gegenbewegung. Wie geht es an den Aktienmärtken weiter? Bietet die gegenwärtige Krise vielleicht sogar eine Kaufchance?

Es war der große Hexensabbat, der 19. September 2014: Der DAX markierte ein Verlaufshoch bei bei 9.891 Zählern. Die Anleger warteten darauf, dass der Leitindex in Kürze den nächsten Anlauf Richtung 10.000 Punkte starten würde. Doch es kam ganz anders. Wie so oft wurde der dreifache Verfall, gewöhnlich der dritte Freitag des dritten Monats eines Quartals, an dem Futures und Optionen verfallen, zum "Drehtag". Der DAX ging im Anschluss in den Sinkflug über. Aus einer gesunden Konsolidierung wurde innerhalb kürzester Zeit ein dynamischer Kurseinbruch. In der vergangenen Woche fand die Talfahrt ihren vorläufigen Höhepunkt. Im Tief rutschte der heimische Leitindex am Donnerstag auf 8.354 Punkte ab. Vom Hoch hatte der DAX damit 1.537 Punkte oder 15,6 Prozent abgegeben. Das Angstbarometer VDAX zog kräftig an. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Der Kurseinbruch habe Züge von "Panik-Charakter" gehabt, sagte ein Händler. Aber zu einem waschechten Crash ist es bisher nicht gekommen - noch nicht.

Am Donnerstagnachmittag startete dann eine imposante Gegenbewegung. James Bullard, Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, hat den Aktienmärkten mit seinen Aussagen neues Leben eingehaucht. Er meinte, das Anleihekaufprogramm der Fed müsse nicht zwingend im Oktober enden. Bemerkenswert, denn Bullard galt bislang als Verfechter einer härteren Linie. Weitere Informationen zur US-Zinspolitik erwarten Marktteilnehmer von der Fed-Sitzung am 28. und 29. Oktober.

Am Freitag setzten die Indizes die Gegenbewegung fort - und wie: Der DAX kletterte um satte 3,1 Prozent oder 267 Punkte auf 8.850 Zähler - das größte Tagesplus seit 18 Monaten. Damit beendet der Leitindex seine dreiwöchige Verlustserie und verzeichnet auf Wochensicht am Ende sogar einen Gewinn von 0,7 Prozent.

Wie geht es weiter? "Eine konjunkturelle Delle in Deutschland und in Europa kann zum heutigen Zeitpunkt als sicher erachtet werden", heißt es bei Warburg-Research. Die Experten erwarten aber schon mit den nächsten Konjunkturdaten am 5. November eine Gegenreaktion. Dann werden die Zahlen zu den Aufträgen, zur Produktion und zu den Exporten im September veröffentlicht.

"Der Dax dürfte in den kommenden Tagen und Wochen volatil bleiben, aber mittelfristig sollten sich die Kurse wieder erholen," prognostiziert Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. Dafür spreche auch die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Wahrscheinlichkeit sei deutlich gestiegen, dass die EZB nicht erst Anfang 2015, sondern noch im laufenden Jahr in großem Stil Staatsanleihen kaufe. "Sollte sich diese Renditedivergenz fortsetzen, wird EZB-Chef Draghi sein bedingungsloses Euro-Rettungsversprechen vom Juli 2012 in die Tat umsetzen müssen", stimmt Robert Halver von der Baader Bank zu. "Oberste Priorität hat für die EZB, einerseits eine erneute Euro-Staatsschuldenkrise zu verhindern und andererseits die dringend notwendige staatsschuldengetriebene Konjunkturstabilisierung nicht durch Zinsverteuerungen zu erschweren", führt der Kapitalmarktexperte aus. 

Neue Impulse könnten aber auch von der anlaufenden Berichtssaision ausgehen. Hier werden angesichts der Krisen vor allem die Unternehmensausblicke mit Spannung erwartet. Bereits am Montag gewährt SAP einen Einblick in die jüngste Geschäftsentwicklung. Analysten erwarten dank einer stabilen Auftragslage bei gleichzeitigen Sparmaßnahmen ein solides Ergebnis und eine Bestätigung der Prognose. Der Chemiekonzern BASF wird am 24. Oktober seine Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal präsentieren. Bereits vorab haben die Analysten ihre Einschätzungen zu dem DAX-Konzern abegegeben.

Für eine Jahresendrally hätten die Märkte zwar noch knapp zweieinhalb Monate Zeit. Der nächste große Hexensabbat kommt allerdings  erst am 19. Dezember. Wie es kurzfrisitg mit Allianz, BMW, Bilfinger, Commerzbank, Cancom, Nordex, Deutsche Bank, Leoni, RWE, Zalando und Co weitergeht, lesen Sie börsentäglich hier.

Schon jetzt ein Ende der Korrektur auszurufen, wäre auch übertrieben. Eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau wäre gut - zumindest für die Bullen. Die Korrektur hat auch etwas Positives: Beim DAX ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2015 seit Anfang September um 0,8 Zähler auf unter 12 gefallen. Ist die gegenwärtige Krise damit vielleicht sogar eine Kaufchance? Die Redaktion des Anlegermagazins DER AKTIONÄR hat sich exakt diese Frage gestellt. Und liefert gemeinsam mit Experten wie Robert Halver, Hans A. Bernecker und Oliver Roth die Antworten. Darüber hinaus unterzieht sie zahlreiche Anlegerfavoriten einem Krisencheck: Wo lohnt auf dem aktuellen Niveau der Einstieg, von welchen Titeln sollte man lieber die Finger lassen? Lesen Sie jetzt die neue Ausgabe des AKTIONÄR und erfahren Sie, wie Sie sich jetzt richtig verhalten!

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: