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DAX 5000!

Der deutsche Leitindex scheint auf dem Weg nach oben nicht mehr zu stoppen. Obwohl der DAX von Hoch zu Hoch eilt, äußern sich viele Experten überschwänglich.

Der deutsche Leitindex scheint auf dem Weg nach oben nicht mehr zu stoppen. Obwohl der DAX von Hoch zu Hoch eilt, äußern sich viele Experten überschwänglich.

Von Steffen Eidam

Kaum hat der DAX ein neues Dreijahreshoch erreicht, schon verfallen viele Analysten und Finanzhäuser dem "Stimmungsboom". Noch vor wenigen Wochen zeigten die Daumen eben dieser Experten nach unten. Doch dann hat der DAX einen beeindruckenden Zwischenspurt hingelegt. Fast 500 Punkte hat das Barometer seit der NRW-Wahl hinzugewonnen - allen zurückhaltenden Expertenstimmen zum Trotz. Jetzt scheint es so, als wolle niemand länger auf seiner Fehleinschätzung sitzen bleiben. Dabei beschränken sich die "Hurra"-Rufe längst nicht auf das Segment der Schwergewichte. Auch die hinteren Reihen werden mit Lob überschüttet.

Euphorie auf Knopfdruck

Die verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen haben den deutschen Indizes den Weg in neue Höhen geebnet. Auch der unerwartete Dollaranstieg, die Ankündigung vorgezogener Neuwahlen und zuletzt ein sinkender Ölpreis rechtfertigen einen gewissen Optimismus. Es gibt aber einen weiteren wichtigen Grund, warum die deutschen Banken ihre Prognosen jetzt reihenweise nach oben korrigieren: Kaum ein Volkswirt hatte mit einem derartigen Zwischenspurt gerechnet, in dessen Verlauf allein der DAX um fast zehn Prozent nach oben geklettert ist. Jetzt sind viele Experten unter Zugzwang geraten.

Kettenreaktion

Als eines der ersten Institute hoben die Strategen der HypoVereinsbank ihre Prognosen um 300 auf 4.800 Zähler an. Es folgten die Profis der DZ Bank und der Landesbank Baden-Württemberg. Bereits vor Wochenfrist legten einige Analysten ein Update ihrer Einschätzungen vor. Am Dienstag folgten schließlich MM Warburg und die Postbank und schließlich die internationale Großbank HSBC. Bei MM Warburg traut man jetzt dem deutschen Elitesegment bis Jahresende durchaus den Sprung auf 5.000 Zähler zu. Wenige Wochen vorher gab man ein Kursziel von lediglich 4.750 Indexpunkten aus. Bei der Postbank erwartet man jetzt 4.900 nach vormals 4.700 Zähler und HSBC gibt das neue Jahresendziel nun zwischen 4600 und 4900 Punkten an - das liegt mindestes 300 Zähler über den vorherigen Prognose.

Neben den günstigen Rahmenbedingungen setzen viele Experten auf positive Nachrichten seitens der deutschen Konzerne. Die HSH Nordbank etwa stellt die positiven Gewinn- und Umsatzzahlen und die nach wie vor günstige Bewertung deutscher Aktien in den Vordergrund. Nicht zuletzt die Übernahme der HypoVereinsbank durch UniCredit hat für frischen Wind gesorgt, so ein Experte der Commerzbank.

Top-Chance MDAX

Viele Fachleute sehen gerade in der zweiten Reihe eine außerordentlich gute Renditechance. "Der MDAX weist in diesem Jahr eine hervorragende Entwicklung auf und ist seit Jahresanfang um knapp 17 Prozent gestiegen", wird eine Wertpapierspezialistin von der Conrad Hinrich Donner Bank in der Presse zitiert. Dabei würden vor allem die hohen Dividendenrenditen und die fast durchweg guten Unternehmensergebnisse einen Kaufanreiz bieten. Als favorisierte Branchen werden in erster Linie der Auto- und Maschinenbau sowie exportorientierte Firmen im Allgemeinen genannt. Aber auch Titel aus der Pharma- und Bankensparte werden empfohlen.

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