DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Neuer Monat, neues Glück - schwache Daten aus China belasten Ölpreise - das müssen Anleger in dieser Woche wissen!

Der deutsche Aktienmarkt dürfte seinen zuletzt holprigen Ritt auch in der ersten Februar-Woche fortsetzen. Ob ein Ausbruch nach oben gelingt oder weiteres Ungemach droht, bleibt abzuwarten. Dabei werden die Anleger den Ölpreis, die Wirtschaftsdaten aus Asien, Europa und den USA genau im Blick behalten. Zudem nimmt die Berichtssaison weiter an Fahrt auf. 

Die von der japanischen Notenbank beschlossene Einführung von Negativzinsen zur Ankurbelung der Wirtschaft gab dem DAX zum Wochenschluss kräftig Auftrieb. Der deutsche Leitindex beendete den letzten Handelstag des Monats mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 9.798 Punkte. Die Monatsbilanz fällt für den DAX indes mit einem Minus von rund rund Prozent ausgesprochen düster aus. Es ist für den Index der drittgrößte Januar-Verlust seit seinem Bestehen. Nur in den Jahren der Finanzkrise 2008 und 2009 war der Verlust noch größer.

Der Ölpreisverfall, schwache Wirtschaftsdaten vor allem aus China sowie die Aussagen der US-Notenbank Fed und Europäischen Zentralbank (EZB) hatten den Weltbörsen seit Jahresbeginn zugesetzt. Die zwischenzeitliche moderate Erholung bezeichnen die Pessimisten nur als Gegenbewegung in einem Markt, der zu weit gefallen ist. Andere Finanzmarktprofis sehen Aktien wegen des fortbestehenden Mangels an renditeträchtigen Alternativen weiterhin als attraktive Anlageklasse. Zumindest mittelfristig, so schreiben die Fachleute der DZ Bank, dürfte die Nachfrage nach Aktien wieder steigen. Die Kursrückschläge in jüngster Vergangenheit seien übertrieben ausgefallen und dürften inzwischen allen bestehenden Unwägbarkeiten ausreichend Rechnung tragen.

Abgesehen von den chinesischen Börsen dominierten am Morgen in Asien die Gewinner. Im Reich der Mitte belastete die anhaltend schwache Stimmung in der herstellenden Industrie. Die Stimmung in den Industrieunternehmen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich zu Beginn des Jahres überraschend weiter eingetrübt. Der staatlich ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel mit 49,4 (Dezember: 49,7) Punkten auf den tiefsten Stand seit August 2012. Seit mittlerweile sechs Monaten deuten die Stimmungsdaten auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten in Chinas Industrie hin.

Die Ölpreise sind am Montag nach den Konjunkturdaten aus China gesunken. Neben einem zu hohen Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt zählt die Sorge vor einer schwachen Nachfrage aus China zu den stärksten Belastungsfaktoren für die Ölpreise. Die Anleger werden die Notierungen wohl nicht aus dem Blick verlieren, haben sich die Börsen zuletzt doch stark an den Preisen für das "schwarze Gold" orientiert. 

Auch der Fortgang der laufenden Berichtssaison der Unternehmen dürfte die Richtung am Aktienmarkt merklich beeinflussen: In den USA läuft sie bereits auf vollen Touren. Nun gewinnt sie auch in Europa an Fahrt. Die Experten der WGZ Bank sind für die europäischen Unternehmen im Gegensatz zu den US-amerikanischen durchaus optimistisch: "Die oftmals starke globale Ausrichtung in Kombination mit gesunden Unternehmensbilanzen und einem künstlichen Konjunkturpaket aus schwachem Euro und tiefen Ölpreisen sollte die Gewinne spürbar unterstützen."

Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius aus dem TecDax gewährt am Montag Einblicke in die Bücher. Am Dienstag folgen der Chiphersteller Infineon Technologies , Wacker Chemie sowie der Bausoftware-Anbieter Nemetschek. Zur Wochenmitte hat der Lichttechnik-Konzern Osram Geschäftszahlen angekündigt. Der Rückversicherer Munich Re , der Anlagenbauer Gea Group sowie der auf Arztpraxen spezialisierte Software-Hersteller Compugroup veröffentlichen ihre Bilanzen am Donnerstag.

Ebenfalls am Donnerstag (4. Februar) auf der Agenda: die Zahlen von Daimler. Der Konzern geht davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2015 deutlich zunehmen wird. In regionaler Hinsicht erwarten die Schwaben für Asien und Nordamerika die höchsten Zuwächse, doch auch in Europa rechnet Daimler mit deutlichem Wachstum. Auf der Basis der erwarteten Marktentwicklung sowie der Planung der Geschäftsfelder geht Daimler davon aus, das EBIT aus dem laufenden Geschäft im Jahr 2015 deutlich zu steigern.

Von den Konjunkturdaten der neuen Woche interessiert die Anleger vor allem der am Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Januar. Nach Auffassung der Commerzbank-Volkswirte bleibt der US-Jobmarkt auf Erholungskurs. "Der Arbeitsmarktbericht dürfte erneut solide ausfallen, auch wenn er das starke Dezember-Ergebnis wohl kaum wiederholen wird."

Auf der Agenda stehen außerdem die US-Einkaufsmanager-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe (Montag) und die Dienstleistungen (Mittwoch). Ferner werden Auftragseingänge der US-Industrie (Donnerstag) und der deutschen Industrie (Freitag) veröffentlicht. Die Auftragseingänge hierzulande dürften nach zwei recht kräftigen Anstiegen wieder gefallen sein und damit den Hoffnungen auf eine wieder lebhaftere Industriekonjunktur einen neuerlichen Dämpfer versetzen, so die Commerzbank. Aus Deutschland kommen zudem am Dienstag die Arbeitslosenzahlen für Januar.

Was sagt die Charttechnik? Die nächsten Widerstände warten beim DAX weiter bei 10.125 und 10.160 Punkten. Geht dem Leitindex dagegen wieder die Luft aus, könnten schnell die Marken von 9.550 und 9.325 Punkten in den Fokus rücken. Fällt der DAX sogar unter die massive Unterstützung, drohen aus charttechnischer Sicht erneut kräftige Anschlussverluste bis 8.900 Punkte.Mehr zum DAX sehen Sie im täglichen DAX-Check im aktionaer.tv oder lesen Sie an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX)

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