DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX und Co: Das müssen Sie wissen

Noch keine Anzeichen von Entspannung: Nach dem Kursrutsch beim DAX unter die Marke von 9.000 Punkten sehen Börsianer auch in der kommenden Woche den deutschen Aktienmarkt unter Druck. Zahlreiche Krisenherde, vor allem in der Ukraine, im Gazastreifen und neuerdings auch wieder im Irak, belasten. Auch die Angst vor steigenden US-Zinsen dürfte weiterhin bremsend wirken. Und ob die bevorstehenden Quartalszahlen für Entlastung sorgen, ist ebenfalls fraglich, zumal die aktuelle Berichtssaison - wie die Experten der Commerzbank feststellen - bisher keine nachhaltige Unterstützung für den deutschen Aktienmarkt gebracht hat.

"Die Kriegsangst hat die Börse voll im Griff", sagt Niall Delventhal, Marktanalyst vom Broker DailyFX. Nachdem US-Präsident Obama Luftangriffe gegen die vorrückenden Extremisten im Irak angeordnet hat, sei die Sorge vor einer erneut länger andauernden militärischen Auseinandersetzung zwischen Islamisten und den USA mit voller Wucht an die Finanzmärkte zurückgekehrt. Spannend sei nun die Frage, ob das bereits getestete Dax-Jahrestief bei knapp über 8.900 Punkten hält. Wenn nicht, könne es angesichts der weltweiten Konflikte schnell noch ein paar hundert Punkte heruntergehen, prognostiziert Delventhal.

Skeptisch für die weitere Entwicklung ist auch Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba. Zwar seien nach den jüngsten Kurskorrekturen die Märkte nicht mehr ganz so stark überhitzt. Doch angesichts einer Eintrübung der konjunkturellen Aussichten sei das Chance/Risiko-Verhältnis noch nicht wirklich attraktiv. Reinwand rät Anlegern deshalb, sich mit Aktienkäufen vorerst zurückzuhalten und "das Pulver trocken zu halten."

Bei den Konjunkturdaten der neuen Woche werden die für Donnerstag erwarteten Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland und in der Eurozone im Fokus stehen. Experten rechnen damit, dass die Konjunktur im zweiten Quartal nur in einigen Peripherieländern der Eurozone an Schwung gewonnen hat. In den Kernländern des Währungsraums dürfte das Bruttoinlandsprodukt hingegen kaum zugelegt haben. In Deutschland, der größten Euro-Volkswirtschaft, dürfte die Wirtschaftsleistung von April bis Juni sogar leicht geschrumpft sein, meint Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Pessimistisch ist Solveen auch für den am Dienstag anstehenden ZEW-Index, der die  Konjunkturerwartungen für Deutschland abbildet. Der vom Zentrum für Europäische  Wirtschaftsforschung ermittelte Stimmungsindikator dürfte wegen der Russland-Sanktionen eingebrochen sein.

Die Berichtssaison hat hierzulande zwar ihren Zenit überschritten. Viel ruhiger wird es deswegen in den kommenden Tagen aber kaum, denn allein aus dem TecDAX und dem MDAX berichten mehr als 20 Unternehmen über ihre jüngste Entwicklung. Von den DAX-Vertretern legt am Dienstag der Konsumgüterhersteller Henkel Zahlen vor. Am Mittwoch berichten der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA sowie der Versorger E.on. Am Donnerstag stehen Geschäftszahlen vom Dünger- und Salzproduzenten K+S, vom Industriekonzern ThyssenKrupp sowie vom Versorger RWE auf der Agenda.

(Von dpa-AFX)

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