DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Volatiles Finale einer turbulenten Woche

Gute US-Arbeitsmarktdaten und die gestoppte Talfahrt an den chinesischen Börsen haben den deutschen Aktienmarkt zu einem Erholungsversuch getrieben. Können sich DAX und Co zumindest mit einer kleinen Gegenbewegung auf die jüngsten Verluste aus einer turbulenten Handelswoche verabschieden?

Für zusätzlichen Rückenwind sorgen gute US-Arbeitsmarktdaten. Sie wecken die Hoffnung, dass eine starke US-Wirtschaft die Folgen eines nachlassenden Konjunkturwachstums in China aufwiegen oder zumindest mildern könne. Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums sind im Dezember deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet.

Wie das Arbeitsministerium mitteilte, kamen im Dezember außerhalb der Landwirtschaft 292.000 Stellen hinzu. Volkswirte hatten mit 200.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. Der Stellenaufbau insgesamt wurde für die beiden Monate zuvor um insgesamt 50.000 Stellen nach oben korrigiert. Im Gesamtjahr 2015 wurden insgesamt 2,65 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Das ist zwar weniger als im sehr starken Jahr 2014, aber dennoch ein vergleichsweise hoher Wert.

Die Arbeitslosenquote verharrte zum Jahresende bei 5,0 Prozent. Dies ist der geringste Wert seit Anfang 2008. Die Quote liegt nicht viel höher als die Schwelle, von der an die US-Notenbank von Vollbeschäftigung ausgeht. Die insgesamt robusten Daten dürften die Fed in ihrer Ende 2015 eingeleiteten Zinswende bestätigen. Sie hatte sich mit einem kleinen Zinsschritt von ihrer jahrelangen, krisenbedingten Nullzinspolitik verabschiedet und als Begründung auch die gute Lage am Arbeitsmarkt genannt.

Was sagt die Charttechnik? Gestern fiel der DAX durch die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Nach dem Bruch dieser wichtigen Unterstützung droht auch der seit fünf Jahren gültige Aufwärtstrend zu kippen. Die entsprechende Trendlinie verläuft bei etwa 9.720 Punkten. Auf Basis einer sogenannten "Measured-Move-Projektion" ergibt sich ein Kursziel von 9.550 Zählern. Dieses lässt sich dadurch ableiten, indem man den Kursrutsch von Anfang Dezember (circa 1.310 Punkte) an das jüngste Verlaufshoch bei 10.860 Punkten anlegt. Sollte auch hier noch nicht Schluss mit dem Abgabedruck sein, rückt das Verlaufstief bei 9.310 Zählern ins Visier. Für die Bullen wäre neben einer Stabilisierung die direkte Rückeroberung der 10.000-Punkte-Marke wichtig. Mehr zum DAX sehen Sie im täglichen DAX-Check im aktionaer.tv oder lesen Sie an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX)

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