DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Steigende Anleihen sorgen für erneuten Rücksetzer – jetzt long positionieren?

Dem DAX ist schon wieder die Kraft ausgegangen. Nachdem die jüngste Erholung bereits zu Beginn der neuen Woche ins Stocken geraten war, fällt der deutsche Leitindex am Dienstag weiter zurück. Neben der wieder in den Fokus gerückten Griechenland-Krise machen Börsianer die teils heftigen Schwankungen an den Anleihemärkten dafür verantwortlich.

Nach dem Ausverkauf in der Vorwoche fallen die Verluste an Rentenmarkt heute erneut kräftig aus. Am Montag war der Bund-Future zunächst mit leichten Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Fallen dort die Preise, bedeutet das steigende Renditen bei Anleihen - und diese machen Aktien im Vergleich weniger attraktiv. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel am Morgen unter 153 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf 0,69 Prozent. Am vergangenen Donnerstag war sie zeitweise bis auf 0,77 Prozent geklettert, nachdem sie vor wenigen Wochen noch nahe der Nulllinie gestanden hatte.

"Bundesanleihen bleiben anfällig", so die Experten der Commerzbank. "Phasen der zeitweisen Stärke scheinen schnell als Verkaufsgelegenheit genutzt zu werden." Nach Einschätzung der Commerzbank-Experten ist am deutschen Rentenmarkt weiter mit ungewöhnlich starken Kursschwankungen zu rechnen. Trotz der erneut starken Kursverluste seit Beginn der Woche gibt es nach Einschätzung der Expertin Viola Julien von der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) aber "berechtigte Hoffnungen auf eine Bodenbildung". Im Schuldenstreit mit Griechenland ist nach wie vor kein Durchbruch in Sicht. Die Unsicherheiten rund um Griechenland dürften Bundesanleihen tendenziell stützen, sagte die Expertin.

Von Konjunkturdaten sind dagegen keine Impulse für den Handel am deutschen Rentenmarkt zu erwarten. Weder in der Eurozone noch in den USA stehen wichtige Kennzahlen auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Neue Konjunkturdaten gibt es dann am Mittwoch. In diesem Zusammenhang richten die Experten der Postbank den Blick vor allem auf die erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum der Eurozone im Auftaktquartal. Sie rechnen mit einer weiteren Beschleunigung. Zeitgleich gibt es Daten zur hiesigen Industrieproduktion. Ebenfalls am Mittwoch steht die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze aus den USA an. Die Postbank erwartet dort ein Ende des dreimonatigen Abwärtstrends. Am Freitag folgen Daten zur jüngsten US-Industrieproduktion.

Was sagt die CharttechnikIm Bereich um 11.450 Punkte wartet die nächste Unterstützung. Spätestens bei 11.375 Punkten sollte die laufende Abwärtsbewegung wieder stoppen, sonst droht ein erneuter Test der 11.200-Punkte-Marke. Im Anschluss ist eine erneute Aufwärtswelle Richtung 11.750 Zähler möglich. Dazu ist aber eine Beruhigung am Anleihemarkt notwendig. Risikobewusste Anleger können mit dem DAX Turbo-Long (WKN CC6GA2) von der Citigroup eine erste Position aufbauen, diese dann im Bereich um 11.375 Punkte aufstocken. Der Stopp sollte bewusst eng gewählt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX im Vorwärtsgang - Anleger legen Risiken beiseite

Trotz der schwächeren Vorgaben aus Amerika startet der DAX den Dienstaghandel mit leichten Kursgewinnen. Von einer Entwarnung zu sprechen ist es aber noch zu früh. Zu groß ist auch die Gefahr, dass eines der vielen Risiken aufgepauscht und ein neuer Abwärtsimpuls gesetzt wird. DER AKTIONÄR wartet … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Nächster Krisenherd: DAX kurz vor dem Ausverkauf?

Am deutschen Aktienmarkt steht der nächste schwache Wochenstart ins Haus. Der DAX, schon letzte Woche stark geprügelt, wird kurz nach 8:00 Uhr unterhalb der 11.500-Punkte-Marke gesehen. Neben Handelskrieg, Schuldenkrise und Konjunkturangst droht jetzt noch eine neue Krise im Nahen Osten. Im Fall … mehr
| Florian Söllner | 0 Kommentare

Kommentar DAX-Crash: Dancing in the rain

Ich fühle mich erfrischt, in Aufbruchstimmung – mir geht es trotz DAX-Crash so gut, dass mich Kollegen heute beim fröhlichen „Guten Morgen“ skeptisch beäugt haben. Tatsächlich hat die letzten Tage quasi jeder, auch ich, Geld verloren. Doch ich weiß, dass jetzt eine Phase anbricht, die für Value- … mehr