DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Rücksetzer vor dem Wochenende - wird es wieder quick and dirty?

Der DAX will nicht so recht nach oben laufen. Die 11.000-Punkte-Marke scheint derzeit noch eine zu hohe Hürde für den Leitindex zu sein. Somit bleibt die Gefahr eines Rücksetzers gegeben. Dieser könnte kurzfristig bevorstehen – und wie immer „quick and dirty“ ablaufen.

Die Vorgaben aus Übersee sind schwach. Die US-Investoren sind durch die anstehende Zinswende verunsichert. „Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird die US-Notenbank im Dezember die Leitzinsen leicht anheben“, sagt Tobias Basse von der nord/LB. „Der Gesamtmarkt muss unserer Auffassung nach aber nicht zu sehr unter einer Fed-Zinserhöhung leiden. Das zu erwartende Handeln der Zentralbanker in Washington ist schließlich auch ein Signal, welches als Indikation für eine schon wieder unter mehr Dampf stehende US-Wirtschaft gewertet werden kann“, führt der Kapitalmarktstratege aus.

Basse rechnet dabei auch nicht mit großen Zinsschritten: „Unserer Auffassung nach wird man bei der anstehenden Neuausrichtung der US-Zinspolitik sehr vorsichtig agieren wollen; insofern sollte dem Aktienmarkt also wohl auch nur sehr langsam die stützende Liquidität entzogen werden. Es mag sich im Rahmen der Sektor-Rotation allerdings dennoch ein gewisser Anpassungsbedarf ergeben.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Märkte wahrscheinlich nicht enttäuschen wollen und entsprechend zur Umsetzung von weiteren Maßnahmen greifen - eine Zinswende ist dabei aber nicht in Sicht. Das Ankaufprogramm für Staatsanleihen dürfte ab Dezember ausgeweitet werden. Selbst der bereits im negativen Bereich liegende Einlagensatz könnte nochmals nach unten korrigiert werden.

Noch sind das alles graue Theorien. Erst im Dezember werden die Notenbanken Fakten schaffen. Alles in allem scheint der Weg des geringeren Widerstands für den DAX kurzfristig aber nach unten zu führen. Der Leitindex könnte daher schnell unter die Unterstützung bei 10.680/700 Punkten fallen und dann direkt in Richtung 10.500 Zähler durchrutschen. Auf diesem Niveau dürften sich dann aber wieder erste Schnäppchenjäger neu positionieren, um den Leitindex zum Jahresende hin dynamisch und vor allem nachhaltig über die 11.000-Punkte-Marke zu schieben.

Mehr zu diesem Thema sehen Sie im täglichen DAX-Check bei www.daf.fm oder lesen Sie an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Kaufen oder verkaufen? Der große DAX-Check! Alle 30 Aktien neu bewertet +++ Bitcoin-Irrsinn: 300% in 6 Monaten +++ Durchstarten: Wer profitiert von Air-Berlin-Insolvenz? +++ Auch im Heft: Amazon, Alibaba, Netflix, Tesla

Der DAX hat es nicht leicht in diesem Jahr. Zwar liegt er mit rund sechs Prozent im Plus, aber seit Mitte Juni hat der deutsche Leitindex spürbar nachgegeben. Neben den geopolitischen Risiken liegt das vor allem an der schwachen Entwicklung einiger wichtiger Indexmitglieder. Wie geht es weiter? Um … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Draghi macht's wie Yellen - DAX schnauft durch

Nach den starken Tagen zuletzt kann der DAX das Tempo am Donnerstag nicht halten. Obwohl der Euro erstmals wieder unter die 1,17-Dollar-Marke gefallen ist, kann der deutsche Leitindex davon nicht profitieren. Anleger müssen sich somit weiter gedulden, bis der charttechnische Seitwärtstrend … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

DAX: Fed bremst Rallye – und jetzt?

Der DAX legt nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Tage am Donnerstag eine Verschnaufpause ein. Während die geopolitischen Risiken rund um Nordkorea und die USA wieder in den Hintergrund rücken, bremst der starke Euro die Euphorie etwas. Nach den Fed-Minutes am Mittwochabend ist der … mehr