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DAX-Wochenausblick: Neue Rekordstände im April?

Angesichts wieder nachlassender Sorgen um die Krim-Krise scheint der Dax erneut nur eine Richtung zu kennen: nach oben. In der kommenden Woche sehen einige Beobachter mit dem Aprilanfang auch die Chance auf Rekordstände im deutschen Leitindex, wenn die Bedingungen stimmen. An eben diesen aber zweifeln andere Experten - sie schätzen die Gewinne der Unternehmen weiter als zu schwach ein. Unterstützung könnte aber von der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem amerikanischen Arbeitsmarkt kommen.

Optimistische Stimmung

Die allgemeine Stimmung rund um Aktientitel schätzen Beobachter durchaus optimistisch ein und verweisen auf das leichte Abklingen der politischen Krise in der Ukraine und auf der Halbinsel Krim. Jeder Kursrücksetzer werde von Investoren schon seit längerer Zeit als Einstiegsmöglichkeit wahrgenommen, sagt Marktbeobachter Daniel Saurenz vom Analysehaus Feingold Research. Die 10 000 Punkte seien für den Dax nicht mehr weit. "Mit Rückenwind von der Konjunkturseite und passablen Aktienbewertungen in Europa könnte er dieses Ziel schon vor Ostern anpeilen", so Saurenz.

Ein entscheidendes Wort mitreden dürfte dabei EZB-Präsident Mario Draghi am kommenden Donnerstag. Spanien war im März in die Deflation gerutscht und überraschte damit die Experten. Die viertgrößte Euro-Volkswirtschaft kämpft schon lange mit ungewöhnlich niedrigem Preisauftrieb. Auch in Deutschland hatte sich die Teuerung abgeschwächt, die Preise waren auf Jahressicht so langsam wie seit dem August 2010 nicht mehr gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche weitere stützende Maßnahmen ergreift, ist damit laut Experten gestiegen. Noch billigeres Geld von der EZB würde nach Ansicht von Händlern auch die Aktienkurse weiter nach oben treiben.

EZB bleibt im Fokus

Die Spekulation darauf könnte Draghi aber auch wieder zunichte machen. Experte Michael Seubert von der Commerzbank jedenfalls rechnet damit, dass die EZB sich mit ihrer Geldpolitik weiter alle Türen offen halten wird. Zuletzt wurden unter anderem negative Einlagezinsen, direkte Anleihekäufe und eine weitere Runde von Notkrediten mit ungewöhnlich langer Laufzeit diskutiert. "Einen unmittelbaren Anlass zum Eingreifen dürfte der EZB-Rat aus verschiedenen Gründen aber wohl kaum sehen", schreibt Seubert. Schließlich bestätigten Einkaufsmanagerindizes eine moderate Konjunkturerholung, und zudem halte es die Notenbank offenbar für erfolgreicher, niedrige Zinsen für eine lange Zeit zu versprechen. Auch die Mehrzahl der Experten am Markt rechnet mit unveränderten Leitzinsen.

Wirtschaftsdaten im Blick

Neben der EZB rückt auch wieder der amerikanische Arbeitsmarkt in den Fokus. Am Mittwoch stehen die Zahlen des privaten Dienstleisters ADP auf der Agenda, am Donnerstag wie üblich die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Den krönenden Abschluss aber liefern am Freitag die "Non-Farm-Payrolls" mit der Beschäftigungsentwicklung im März in der weltgrößten Volkswirtschaft. HSBC-Experte Thomas Amend erwartet, dass sich die zuletzt stark vom strengen US-Winter beeinflussten Daten wieder normalisieren dürften. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Volkswirte rechnen derzeit im Schnitt mit dem Aufbau von 165 000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft.

Als weitere wichtige Daten dürften sich Anleger für den Dienstag noch die chinesischen und europäischen Einkaufsmanagerindizes sowie die deutschen Arbeitslosenzahlen vermerkt haben. Von Unternehmensseite präsentieren am Montag Firmen aus der zweiten Reihe endgültige Geschäftszahlen. Das sind QSC aus dem TecDax sowie Wacker Neuson und Grammer aus dem SDax.

In den Bilanzen deutscher Unternehmen schlummern für die meisten Beobachter auch die größten Risiken für mittelfristig weitere Kursgewinne am deutschen Aktienmarkt. Die weiter sinkenden Gewinnerwartungen am Markt dämpften das Aufwärtspotenzial für die Kurse, sind sich Experten von Commerzbank und Helaba einig. Markus Wallner von der Coba erwartet daher eine schwankungsanfällige Seitwärtsbewegung im Dax. Markus Reinwand von der Helaba empfiehlt Anlegern gar, sich mittelfristig auf eine deutlichere Korrektur einzustellen.

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