DAX
- Jochen Kauper - Redakteur

DAX: Kommt die Jahresendrallye oder ist sie bereits in vollem Gang?

Viele Unternehmen haben bereits ihre Zahlen vorgelegt. Die Nachzügler werden in den nächsten Tagen ihre Berichte über das dritte Quartal vorlegen. „Für das dritte Quartal wird im Durchschnitt mit einem Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr von 7,2 Prozent in den USA gerechnet. Auch in den DAX Titeln wird es kaum zu positiven Überraschungen kommen. Somit erscheint kaum Kurspotenzial zu bestehen. Schließlich bewegt sich das KGV vieler US-Werte wie auch der Deutschen Standard Werte über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Dazu müssen die Gewinnerwartungen der Unternehmen nach unten korrigiert werden“, sagt Kapitalmarktstratege Oliver Roth von Oddo Sedlyer.

Rallye – aber warum?

Was sollte also eine Rallye auslösen oder begründen, sollte die US- Notenbank ihren Plan, die Leitzinsen zu erhöhen nicht doch noch aufgeben? „Die anhaltende Debatte um die US-Zinswende und den Grad einer möglichen Erhöhung wird von Mitgliedern des FOMC noch zusätzlich befeuert. Die Chefin der US Notenbank Yellen selbst versprach eine Erhöhung noch in diesem Jahr, wo hingegen viele Kollegen aus dem Gremium zuletzt eine Sinnhaftigkeit diese Erhöhung deutlich anzweifelten“, ergänzt Oliver Roth.

Wird die Fed zurück rudern?

Genau darauf liegt die Hoffnung vieler Investoren begründet. Wie sollte die Fed ihren Zins anheben, wo doch Erwartungen in die Weltökonomie gerade erst vom IWF von 3,3 Prozent auf 3,1 Prozent nach unten korrigiert wurde. Wo doch die chinesische Wirtschaftsdynamik immer weiter nachlässt und weitere Zinssenkungen dort wahrscheinlich sind. Wo doch die US Exportquote zuletzt an Dynamik verlor und die komplette US Wirtschaft deutlich an stärke einbüßte. „Die geldpolitische Erwartung an die Fed bestimmte das Geschehen an den Finanzmärkten auch weiterhin und das lässt sich am Aktienmarkt ablesen.

Schöner Trend

Trotz schwacher Unternehmensergebnisse zeigte sich der DAX in den letzten Wochen wieder robust. Auch andere Aktienmärkte folgten diesem Trend. Sollte also die US Notenbank ihre Zinserhöhungspläne nochmals verschieben und die europäische Notenbank  EZB gar ihr Aufkaufprogramm verlängern, so wird das die Finanzmärkte zum Ende des Jahres mächtig in Fahrt bringen. Der kurzfristige Aufwärtstrend bleibt damit weiter erhalten. Ein goldener Herbst an der Börse ist nicht sehr wahrscheinlich. Dazu bleibt die Zinsfrage bis weit in den Winter hinein offen und wird für weiteren Zündstoff und damit Unsicherheiten sorgen. Aber je unwahrscheinlicher Zinserhöhungen aufgrund der schwächenden Weltökonomie werden, desto wahrscheinlicher wird eine Jahresendrallye. Die Trendfarbe in diesem Herbst wird deshalb Grün werden. Grün ist die Hoffnung“, bleibt Oliver Roth für die nächsten Wochen optimistisch gestimmt.

 

 

 

 

 

 

 

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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