DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Die Unsicherheit nervt – eine Entscheidung muss her - Stunde null naht

Der DAX setzt seinen jüngsten Kursrutsch weiter fort. Schwache Vorgaben aus Übersee, ein steigender Euro sowie die Hängepartie um die Schuldentilgung Griechenlands drücken weiter auf die Kurse und die Stimmung.

Aus Übersee kamen negative Impulse: An der Wall Street rutschte der US-Leitindex Dow Jones Industrial in der bisherigen Jahresbilanz für 2015 erneut ins Minus. In Asien gab es durchweg Verluste. In China war die Inflation im Mai trotz der jüngsten Maßnahmen der Notenbank zur Ankurbelung der Wirtschaft weiter deutlich hinter den Regierungszielen zurückgeblieben, was ein Beleg für die weiter schwache Nachfrage der Konsumenten ist. Zusätzliche Belastung kommt für den hiesigen Aktienmarkt vom starken Euro, der die Gewinnaussichten für exportorientierte Unternehmen dämpft. Nach einer Aufwertung zum US-Dollar um rund zwei Cent am Montag legte er im frühen Handel weiter zu. Die Hängepartie um die Schuldentilgung Griechenlands zehrt ohnehin weiter an den Nerven. "Je länger es dauert, desto teurer wird auch die Rettung werden", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch.

Das von der Pleite bedrohte Griechenland hat neue Vorschläge zur Beilegung des Schuldenstreits vorgelegt. Wie am Dienstag der Deutschen Presseagentur (dpa) in EU-Kreisen betätigt wurde, werden sie derzeit von den internationalen Geldgebern geprüft. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg handelt es sich um ein dreiseitiges Papier mit Vorschlägen, das von der griechische Verhandlungsdelegation in Brüssel überreicht wurde. Bloomberg beruft sich auf eine namentlich nicht genannte Person, die mit den Verhandlungen betraut ist.

In dem neuen Papier soll laut Bloomberg die Bitte enthalten sein, dass die Gläubiger Mittel aus dem Euro-Rettungsschirm ESM für die Rückzahlung von Krediten der EZB freigeben sollen. Außerdem wollen die Griechen wieder mehr kurzlaufende Geldmarktpapiere (T-Bills) am Markt platzieren. Wie Bloomberg weiter berichtet, habe die griechische Verhandlungsdelegation um ein Treffen mit dem EU-Kommissar Pierre Moscovici gebeten.

Der Athener Chefkoordinator Euclides Tsakalotos traf sich am Montagabend mit dem französischen EU-Währungskommissar Pierre Moscovici in Brüssel. Dabei sei es um die Sparmaßnahmen Griechenlands bis Ende 2016 gegangen, hieß es aus Kreisen der Regierung in Athen am Dienstag. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wollen diesen Mittwoch in Brüssel erneut versuchen, einen Kompromiss im Streit um die Forderungen der Gläubiger an Griechenland zu finden.  Die drei Politiker wollen sich am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels am Mittwoch treffen. Die griechische Zeitung Ethnos bezeichnet dieses Treffen als "Stunde null" für Griechenland.

Aus charttechnischer Sicht sehen die Experten der DZ Bank den mittelfristigen Abwärtstrend bestätigt. Der DAX könne seine kurzfristig „überverkaufte“ Situation nicht nutzen, um zumindest eine Erholungsbewegung zu initiieren. „Mit der Etablierung eines neuen Bewegungstiefs im laufenden Abwärtstrend ergeben sich weiter gehende Kursrückschlagsrisiken bis 10.700 Punkte und sogar bis zur 200 Tage-Linie bei aktuell 10.450 Punkten. Formationstechnisch steigt zugleich auch die Gefahr der Herausbildung eines „Tops“ im Rahmen einer „Kopf-Schulter“-Trendumkehr“, so die Charttechniker. Entscheidend für den weiteren Verlauf sei gegenwärtig, inwiefern die Erwartungshaltung der Investoren, dass jede stärkere Konsolidierung am Aktienmarkt eine gute Einstiegsgelegenheit darstelle, einen herben Dämpfer erhalten. DER AKTIONÄR wird im Tagesverlauf an dieser Stelle entscheiden, ob, wann und mit welchem Produkt risikobewusste Anleger auf eine Gegenbewegung beim DAX spekulieren können.

(Mit Material von dpa-AFX)

 


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