DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Der Traum vom großen Finale

Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstag mit moderaten Gewinnen – zumindest zur Eröffnung. Das alles entscheidende Thema bleibt der Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Geldgebern. Zwei Tage nach dem Referendum in Griechenland treffen sich Spitzenpolitiker der 19 Eurostaaten, um Auswege aus der zugespitzten Schuldenkrise zu finden. Gelingt der Befreiungsschlag?

Das Griechenland-Drama geht in die nächste Runde. Am Dienstag in Brüssel beraten zunächst die Euro-Finanzminister, ob mit Athen über ein neues Hilfsprogramm verhandelt werden kann. Anschließend treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten. Auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, werden teilnehmen.

Athens Regierung hat sich unterdessen mit den griechischen Oppositionsparteien auf eine gemeinsame Linie für die anstehenden Gespräche mit den internationalen Geldgebern verständigt. Danach wird die "Aufnahme substanzieller Gespräche" über eine Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden eines der Ziele Athens sein. Das dürfte aber in der Eurogruppe auf Widerstand stoßen.

Was am Ende bei den Gesprächen herauskommt, ist ungewiss. Aber genau diese Unsicherheit mögen Börsianer gar nicht. Die angestiegene Schwankungsbreite der vergangenen Wochen zeigt, wie nervös die Anleger angesichts des anhaltenden Pokers um die Zukunft Griechenlands sind. Die Ungewissheit ist der perfekte Nährboden für Gerüchte und Spekulationen – und die sorgen für zum Teil heftige Ausschläge in beide Richtungen. Daher sollten sich Anleger auch heute auf einen volatilen Handelstag einstellen.

Was sagt die Charttechnik? „Mittelfristig dominiert beim DAX weiterhin der April-Abwärtstrendkanal – eine Aufhellung mit einem Sprung über den Widerstandsbereich um 11.500/11.635 Punkte liegt nach wie vor in weiter Ferne“, so die Experten der DZ Bank. „Aktuell überwiegen die negativen Aspekte: Vier Mal innerhalb der letzten vier Wochen hat der DAX nun den charttechnischen Unterstützungsbereich um 10.850/10.800 Punkte, in dem sich u.a. das wichtige 38,2-Prozent- Fibonacci-Retracement des Oktober-Aufwärtstrends befindet, getestet, ohne dass daraus jeweils eine substanzielle Aufwärtsbewegung entstanden ist“, führen die Charttechniker aus. Ein Test der 200 Tage-Linie bei rund 10.610 Punkten sollte somit weiterhin auf der Agenda bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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