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David schluckt Goliath

Der kanadischen MIV Therapeutics ist ein bedeutender Deal geglückt. So soll in Kürze der größte Produzent von Gefäßstützen außerhalb der USA übernommen werden. Damit dürften die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt sein.

Der kanadischen MIV Therapeutics ist ein bedeutender Deal geglückt. Damit dürften die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt sein.

Von Anja Weingran

MIV Therapeutics zählt mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 21 Millionen Dollar zu den Small-Caps der Nanotechnologie-Aktien. Der Entwickler von nanobeschichteten Stents befindet sich noch inmitten der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, schreibt bis dato also noch keinerlei nennenswerten Umsätze. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 - es endete am 31. Mai - stand ein Verlust von 0,11 Dollar je Aktie in den Büchern von MIV.

Wertvolle Bereicherung

Das könnte sich schon bald ändern, denn MIV hat einen wertvollen Fisch an Land gezogen. Wie man erst kürzlich mitteilte, beabsichtigt man ein Unternehmen namens Sahajanand Medical Technologies (SMT) zu übernehmen. Dahinter verbirgt sich nicht weniger als einer der größten Produzenten von Gefäßstützen außerhalb der USA. Der indische, bisher privat geführte Konzern soll in diesem Jahr rund 20 Millionen Dollar umsetzen. Für MIV durchaus lohnenswert, denn das Konglomerat wäre dann weitaus mehr wert, als die aktuelle Marktkapitalisierung zeigt.

Beachtliche Synergieeffekte

SMT hat für MIV aber noch mehr in petto: Bei den Kosten der Stents unterbietet SMT jegliche Wettbewerber. Zudem ist man weltweit positioniert, so dass MIV durch die Übernahme denn auch gleich einen beachtlichen Kundenstamm bekommt. Das sind Synergieeffekte, die sich langfristig durchaus bezahlt machen sollten.

Übernahmefantasie

Durch die Übernahme haben sich die Zukunftsaussichten von MIV erheblich gebessert. Klärungsbedarf bedürfen allerdings noch die finanziellen Details der Transaktion. MIV verfügte zum Geschäftsjahresende 2003/04 über finanzielle Mittel von knapp vier Millionen Dollar. Dennoch sollte die MIV-Aktie von der Übernahme profitieren - nicht zuletzt, weil man nun für Branchengrößen wie Johnson & Johnson oder Boston Scientific ein noch begehrenswerterer Happen ist.

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