DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Das Zittern hat bald ein Ende - DAX erstarrt in Ehrfurcht

Mario Draghi hat - mal wieder - Hoffnungen geschürt: "Der EZB-Rat ist fähig, entschlossen und willens zu handeln." Und: "Wenn wir den Willen haben, unser Ziel zu erreichen, dann haben wir auch die Mittel dazu." Bei der Sitzung am heutigen Donnerstag (10.3.) in Frankfurt könnte die Europäische Zentralbank weitere Schritte im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche beschließen - fast genau ein Jahr nach dem Start eines milliardenschweren Anleihenkaufprogramms. Um 13:45 Uhr wird EZB-Präsident vor die Presse treten und das weitere Vorgehen der Notenbanker erklären.

Kaum Bewegung

In den ersten Handelsstunden tritt der DAX wie erwartet auf der Stelle. Kaum einer möchte sich vor einer möglicherweise tragfähigen Entscheidung zu weit aus dem Fenster lehnen. Auffällig war die Bewegung vor zwei Tagen, als der DAX innerhalb weniger Minuten in die Höhe schoss. Mancher Marktteilnehmer sah darin einen Fingerzeig auf die heutige EZB-Entscheidung, zumal die Banken den Markt deutlich outperformten.

Wie berichtet hat Draghi die Erwartungen hochgeschraubt - entsprechend groß ist auch das Enttäuschungspotenzial. Sollte er weniger liefern als erhofft, könnte die Unterstützung bei 9.581 Punkten schnell in Angriff genommen werden. Bei einer positiven Überraschung sollten sich Anleger auf die 9.900-Punkte-Marke konzentrieren. Wird dieser Widerstand geknackt, hat der Markt Luft bis zur 200-Tage-Linie bei 10.460 Zählern.

Ruhe bewahren!

Vor der EZB-Entscheidung noch eine Position einzugehen, wäre Glücksspiel. Niemand kann verlässlich vorhersagen, wie die Märkte auf Draghis Rede reagieren. Fakt ist, dass die Zinsen in Europa auf Dauer unten bleiben werden und daher das Umfeld für - dividendenstarke - Aktien positiv ist. Andererseits enttäuschten viele Unternehmen zuletzt mit schwachen Ausblicken, sodass sich die Anleger auf eine weiterhin sehr hohe Schwankungsbreite an den Börsen einstellen müssen.

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