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PartyGaming hat in London einen erfolgreichen Börsengang auf das Parkett gelegt. Bereits jetzt gilt das Unternehmen als Kandidat für den Auswahlindex FTSE 100. Dabei war das IPO im Vorfeld durchaus umstritten.

PartyGaming hat in London einen erfolgreichen Börsengang auf das Parkett gelegt. Bereits jetzt gilt das Unternehmen als Kandidat für den Auswahlindex FTSE 100. Dabei war das IPO im Vorfeld durchaus umstritten.

Von Stefan Eichner

Der britische Online-Pokeranbieter PartyGaming hat den Gang an die Börse erfolgreich vollzogen. Gegen den schwachen Trend am Gesamtmarkt legen die Papiere heute deutlich an Wert zu.

Größter Börsengang in London seit fünf Jahren

Der erste Kurs, der heute morgen mit 125,50 Pence festgelegt wurde, lag deutlich über dem Ausgabepreis von 116 Pence. Die Aktien wurden somit am unteren Ende der Preisspanne von 111 bis 127 Pence an die Anleger ausgegeben.

PartyGaming hat eigenen Angaben zufolge insgesamt 781,6 Millionen Aktien - das entspricht 20,6 Prozent des eigenen Kapitals - an die Börse gebracht. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt demzufolge bei rund 4,64 Milliarden Pfund. Einen solch großen Börsengang hat es in London seit fünf Jahren nicht mehr gegeben. Somit wird PartyGaming schon jetzt als ein Kandidat für den Auswahlindex FTSE 100 gehandelt.

Risikofaktor USA

Der Börsengang des in der britischen Kronkolonie Gibraltar ansässigen Unternehmens war im Vorfeld umstritten. Grund: In den USA - hier erzielt PartyGaming den Löwenanteil des Umsatzes - könnte die konservative Regierung künftig durch schärfere Wettbewerbsregeln das geplante Wachstum in diesem Markt begrenzen. Der Super-GAU wäre das generelle Verbot von Online-Glücksspielen, wie es die rechtsgerichteten, fundamental-christlichen Politiker in den Vereinigten Staaten bereits seit langem fordern.

Interessant, aber spekulativ

Bislang haben die Verantwortlichen bei PartyGaming jedoch noch allen Grund zur Freude. Das Unternehmen besetzt in den USA mit den drei Marken PartyPoker.Com, StarluckCasino.Com und PartyBingo.com rund die Hälfte des Online-Poker Marktes. Bis zu 70.000 Online-Spieler können gleichzeitig im Netz gegeneinander zocken. Aufgrund des Stammsitzes in Gibraltar zahlt PartyGaming so gut wie keine Steuern und ist daher hochprofitabel. Nichtsdestotrotz bleibt die Aktie aufgrund der geschilderten USA-Risiken wohl eher dem PartyGaming-Kundenklientel vorenthalten: Den Spielernaturen mit entsprechender Risikobereitschaft.

 

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