- Martin Weiß - Leitender Redakteur

Das sind die größten Gewinner im DAX

Eurokrise, drohende Fiskalklippe, globaler Wirtschaftsabschwung: 2012 war kein einfaches Börsenjahr. Umso beeindruckender die Entwicklung der deutschen Standardtitel. Der DAX verbuchte bis zum Jahresultimo ein Plus von knapp 30 Prozent. Wer waren die Favoriten der Anleger?

Bekanntlich sind Prognosen, die sich auf die Zukunft beziehen, besonders schwierig. Das erklärt auch, weshalb so viele Experten regelmäßig falsch liegen, wenn sie versuchen, die Entwicklung für den DAX für das kommende Jahr vorauszusagen. Nicht, dass das jemanden davon abhalten würde, es dennoch zu versuchen. Einer, der mit seiner Vorhersage hingegen fast ins Schwarze getroffen hat, ist Heino Ruland. Der Börsenprofi sagte vor einem Jahr für Ende Dezember 2012 einen DAX-Stand von 7.800 Punkten voraus und verfehlte das Ziel denkbar knapp um 200 Punkte (DAX: 7.612 Punkte). Bittere Ironie - Rulands Prognose wurde in der Welt unter der Überschrift: "Irre Analysten - Die unwahrscheinlichsten Börsen-Prognosen für 2012" veröffentlicht.

Die DAX-Top-Performer 2012

1) Continental (87,58 Euro, +81,7 %)
Der Reifenhersteller läuft quasi außer Konkurrenz, zählt das Unternehmen doch erst seit September zu den deutschen Top-30. Als Kurstreiber erwiesen sich a) der bevorstehende DAX-Aufstieg, b) der robuste Automarkt gepaart mit zwei Prognoseanhebungen und c) die gegenüber den Vorjahren deutlich gestärkte Bilanz. 

Ausblick: Conti hat im August die Prognose für das Gesamtjahr 2012 angehoben. Demnach wird für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatz von mindestens 29 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von rund zehn Prozent angepeilt. Die Aktie zählt mit KGV 8 auf Basis der für 2013 erwarteten Gewinne zu den günstigeren Titeln im DAX. Anleger sollten das Papier weiter halten, beziehungsweise an schwächeren Tagen einsteigen.

2) Lanxess (66,07 Euro, 66,8 %)
Ebenfalls noch neu im DAX ist Lanxess. Der Spezialchemiehersteller entstand durch die Abspaltung der Chemiesparte des Bayer-Konzerns. Innerhalb weniger Jahre hat Vorstand Axel Heitmann das Unternehmen umgekrempelt - Firmenteile wurden abgestoßen und ertragsschwache Segmente auf Rendite getrimmt. Wie schon bei der Conti-Aktie geht ein Teil der Kursgewinne auf das Konto des DAX-Aufstiegs. 

Ausblick: Lanxess verfügt aus charttechnischer Sicht über reichlich Potenzial. Knackt der Titel das September-Hoch bei 68,90 Euro, ist der Weg nach oben endgültig frei. Fundamental ist die Aktie mit KGV 9 (2013e) noch nicht zu teuer.

3) Deutsche Lufthansa (14,24 Euro, 55,6 %)
Unter Touch-and-go versteht man in der Fliegerei das Aufsetzen auf der Landebahn mit anschließendem Durchstarten. Ein Touch-and-go in Vollendung hat die Aktie der Dt. Lufthansa hingelegt. Nach einem längeren Anflug setzte das Papier Anfang Juni beim Tief von 7,88 Euro kurz auf der Piste auf - und startete anschließend mit vollem Schub durch. Am Freitag kostete eine Aktie 14,24 Euro und damit 80 Prozent mehr als sechs Monate zuvor. Die Hintergründe der Rallye? Die Auslagerung des schwierigen weil verlustbringenden Europa-Geschäfts an die Billig-Tochter Germanwings.

Ausblick: Vom erhofften globalen Konjunkturaufschwung dürfte die deutsche Premium-Airline überproportional profitieren. Analysten schätzen, dass sich der  Gewinn 2013 gegenüber dem Vorjahr verdoppeln könnte.

Weitere Top-Performer

4) SAP (60,69 Euro, 50,7%)

5) VW Vz. (172,15 Euro, 50,6%)

6) Bayer (71,89 Euro, 47,0%)

7) MunichRe (136,00 Euro, 44,5%)

8) BMW (72,93 Euro, 42,7%)

9) Allianz (104,08 Euro, 41,8%)

10) Beiersdorf (61,88 Euro, 40,2%)

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