Nvidia
- Julia Breuing

Das Roboterauto: Nvidia oder NXP – Wer sichert sich die Poleposition?

Das Rennen um den Automarkt der Zukunft läuft nicht nur unter den Autoherstellern heiß. Auch die Chip-Hersteller Nvidia und NXP kämpfen um Marktanteile. Welche der beiden Aktien sollten sich Anleger ins Depot legen?

Wenn man an autonomes Fahren denkt, kommt einem zuerst meist Tesla in den Sinn. Dabei steckt in dem Markt auch für andere Unternehmen, insbesondere Halbleiterhersteller, ein großes Umsatzpotential. Der niederländische Halbleiterhersteller NXP hat laut Rajvindra Gill von Needham mit 14,2 Prozent zurzeit den größten Anteil am Markt für Fahrerassistenzsysteme. Während sich dahinter Unternehmen wie Toshiba und Texas Instruments mit circa zehn Prozent Marktanteil einreihen, ist der Tesla-Partner Nvidia mit weniger als ein Prozent eher ein kleinerer Mitstreiter.

Nvidia auf dem Vormarsch

Aber auch wenn Nvidia im Automobilmarkt bislang kaum vertreten ist, könnte sich das bald ändern. Vergangene Woche stellte der Konzern aus Kalifornien den neuen Prozessor „Parker“ vor, der in dem autonomen Fahrsystem Drive PX2 steckt. Nvidia verspricht, dass der Prozessor 50 – 100 Prozent leistungsfähiger sei, als die Prozessoren der Konkurrenz. Zudem steckt in dem Prozessor nicht nur ein Fahrerassistenzsystem, sondern auch ein Infotainment-System. Insgesamt ermöglicht der Prozessor die höchste Stufe der Automation beim Fahren.

Gill glaubt, dass Nvidia gut positioniert ist, um Marktanteile zu gewinnen. Außerdem verspreche das Segment um autonomes Fahren höhere Margen als der Gaming-Bereich, der mit 781 Millionen Dollar zurzeit über 50 Prozent des Umsatzes ausmacht.

NXP – der alte Hase

Im Mai hatte das Forbes-Magazin noch berichtet, dass NXP mit seiner „BlueBox“ einen deutlichen Wettbewerbsvorteil hat. Das System für Fahrtassistenz wird schon seit Ende 2015 an führende Autohersteller verkauft, sodass NXP eine geringere Produkteinführungszeit als die Konkurrenz hat. Trotzdem wird es für NXP nicht leicht werden, seine Position als Branchenführer zu verteidigen. Intel hat zum Beispiel die Partnerschaft mit BMW der Konkurrenz vor der Nase weggeschnappt.

Go!

Nvidias Marktkapitalisierung ist mit 33 Milliarden Dollar knapp höher als die von NXP mit 30 Milliarden Dollar. Die Schätzung für das EBITDA von NXP ist mit 954 Millionen Dollar dafür allerdings fast doppelt so hoch, wie die Schätzung für Nvidia. Mit dem Drive PX2 stehen die Chancen aber nicht schlecht, dass Nvidia an Marktanteilen gewinnt. Durch die vergleichsweise hohen Margen wird sich dann auch der Gewinn des amerikanischen Unternehmens erhöhen.

Die Aktie von Nvidia legte auf Jahressicht mit einem Plus von über 270 Prozent bereits eine beeindruckende Performance hin. Dafür ist sie mit einem 2017er-KGV von 27 aber auch teurer bewertet, als die Aktie von NXP (KGV = 12). Sowohl die Aktie von Nvidia, als auch die Aktie von NXP, befinden sich in einem Aufwärtstrend und stehen über der 200-Tage-Linie. DER AKTIONÄR sagt zu beiden: Kaufen!

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| Werner Sperber | 2 Kommentare

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