Fuchs Petrolub Vz.
- DER AKTIONÄR

Das große Stühlerücken

Wer zu spät kommt, den bestraft die Börse. Dieses Motto gilt derzeit vor allem bezüglich den bevorstehenden Umbauaktionen bei den deutschen Aktienindizes. Bereits jetzt die potenziellen Indexaufsteiger zu kaufen, macht durchaus Sinn. Bei allen Titeln, die von der Deutschen Börse am 5. September tatsächlich als Aufstiegskandidaten ausgewählt werden, sind ordentliche Kurszuwächse möglich.

Im September werden die deutschen Indizes umgebaut. Clevere Anleger setzen bereits jetzt auf die potenziellen Aufstiegskandidaten.

Wer zu spät kommt, den bestraft die Börse. Dieses Motto gilt derzeit vor allem bezüglich den bevorstehenden Umbauaktionen bei den deutschen Aktienindizes. Bereits jetzt die potenziellen Indexaufsteiger zu kaufen, macht durchaus Sinn. Bei allen Titeln, die von der Deutschen Börse am 5. September tatsächlich als Aufstiegskandidaten ausgewählt werden, sind ordentliche Kurszuwächse möglich. Schließlich werden die deutschen Indizes von zahlreichen institutionellen Anlegern nachgebildet, die in den Indexnachwuchs investieren müssen.

Die Auswahlkriterien

Um in den Dax, MDax, TecDax und SDax einziehen zu können, muss ein Unternehmen zunächst einmal im Prime Standard notieren. Sofern diese Bedingung erfüllt ist, werden die Marktkapitalisierung des Free Floats und der Börsenumsatz als weitere Auswahlkriterien herangezogen. Darüber hinaus spielt auch die Branchenzugehörigkeit eine bedeutsame Rolle. Ausschlaggebend sind jedoch in erster Linie die quantitativen Kriterien, weshalb sich die Aufstiegsfavoriten sehr gut aus den aktuellen Ranglisten der Deutschen Börse für die Marktkapitalisierung und den Börsenumsatz herausfiltern lassen.

Wie bereits in der Ausgabe 34/2006 von DER AKTIONÄR zu lesen war, ist die Postbank der heißeste Kandidat für einen Aufstieg in den Dax. Merck und Puma haben dagegen keine großen Chancen. Einer dieser beiden MDax-Werte könnte nur dann aufsteigen, wenn außer Schering auch Altana aus dem Dax herausfällt. Die Voraussetzung hierfür wäre jedoch ein Verkauf der Pharmasparte des Bad Homburger Mischkonzerns. Da diesbezüglich zumindest in den kommenden Wochen keine News zu erwarten sind, dürfte Altana weiterhin im Dax verbleiben.

Teurer Immobilienspezialist

Gute Chancen auf einen Aufstieg in den MDax haben Fuchs Petrolub, Patrizia Immobilien, Deutz und Balda. Bei Fuchs Petrolub ist die MDax-Fantasie aber nur einer von mehreren Kaufgründen. Bei Patrizia Immobilien drängt sich ein Einstieg aufgrund eines stolzen 2006er-KUVs von 4,5 nicht auf. Vorsicht geboten ist auch bei Balda, da der Hersteller von Handyschalen im Juli enttäuschende Halbjahresergebnisse präsentiert hat. Über gute Zahlen konnten sich hingegen vor kurzem die Deutz-Aktionäre freuen. Allerdings hat die Aktie des Motorenherstellers seit Jahresbeginn bereits einen Kursgewinn von fast 100 Prozent verbucht und ist infolgedessen derzeit nur noch eine Halteposition. Die Kriterien für einen Einzug in den TecDax werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt von Wire Card und Adva Optical Networks erfüllt. Bedauerlicherweise musste der in München ansässige Netzwerkausrüster im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen moderaten Gewinnrückgang von 3,0 auf 2,2 Millionen Euro hinnehmen. Des Weiteren bewegt sich der Technologietitel in einem intakten Abwärtstrend, weshalb der aktionär derzeit von einem Einstieg abrät. Zugreifen können spekulative Anleger dagegen bei Wire Card. Der Anbieter von Internet-Zahlungssystemen hat den Gewinn nach Steuern im ersten Halbjahr um 306 Prozent auf 6,9 Millionen Euro gesteigert. Um das Wachstum weiter voranzutreiben, will Wire Card weltweit aktive Konzerne als Vermarktungspartner gewinnen.

Für eine Aufnahme in den SDax kommen Air Berlin, C.A.T. Oil, Dürr, Biotest und Lloyd Fonds in Frage. Obwohl kurzfristig alle fünf Werte von einem Einzug in den Index für Small Caps profitieren dürften, sollten konservative Langfristinvestoren am ehesten bei Lloyd Fonds zugreifen. Mit einer stattlichen Dividendenrendite von neun Prozent und einem 2007er-KGV von acht ist die Aktie des Hamburger Fondsanbieters ein echtes Schnäppchen.

Die Qual der Wahl

Vor allem bei den potenziellen MDax- und SDax-Aufsteigern haben interessierte Anleger die Qual der Wahl. Clevere Investoren sollten sich nur die Titel ins Depot legen, bei denen mittelfristig aufgrund überzeugender Fundamentaldaten auch ohne einen Indexaufstieg Kursgewinne zu erwarten sind. Bei den vier vom aktionär ausgewählten Aufstiegskandidaten ist dies ohne Zweifel der Fall.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 35/2006.

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