Bertrandt
- DER AKTIONÄR

Das Geschäft brummt

Die Zuliefererbranche befindet sich im Aufwind, da Automobilhersteller immer mehr Produktionsschritte auslagern. Auch die boomende Nachfrage nach kostengünstigen Einfachautos in Asien und Osteuropa sorgt für gut gefüllte Auftragsbücher. Hinzu kommt, dass laut der Unternehmensberatung Roland Berger bei vielen Zulieferern die Rentabilität durch die teilweise Verlagerung der Produktion und Entwicklung in Niedriglohnländer noch weiter optimiert werden kann.

Deutsche Automobilzulieferer dürften 2007 mit respektablen Wachstumsraten glänzen. Von diesem Szenario können Anleger mit ausgewählten Aktien profitieren.

Die Zuliefererbranche befindet sich im Aufwind, da Automobilhersteller immer mehr Produktionsschritte auslagern. Auch die boomende Nachfrage nach kostengünstigen Einfachautos in Asien und Osteuropa sorgt für gut gefüllte Auftragsbücher. Hinzu kommt, dass laut der Unternehmensberatung Roland Berger bei vielen Zulieferern die Rentabilität durch die teilweise Verlagerung der Produktion und Entwicklung in Niedriglohnländer noch weiter optimiert werden kann. Gründe genug, bei ausgewählten Titeln beherzt zuzugreifen.

Leoni als Basisinvestment

Ein solides Basisinvestment für konservative Investoren ist die Aktie von Leoni. Für Kursfantasie sorgen bei dem MDAX-Titel insbesondere die Unternehmenspläne, den Bereich Draht und Kabel mittel- bis langfristig mit Zukäufen in hochmargigen Nischenmärkten wie zum Beispiel Medizintechnik und Robotik auszubauen. Chancenreich ist auch die Aktie der Bertrandt AG. Schließlich dürfte der im schwäbischen Ehningen ansässige Ingenieurdienstleister weiterhin vom anhaltenden Outsourcing-Trend von Entwicklungsleistungen im Automobilsektor profitieren.

Ein weiterer Kaufkandidat ist die Aktie von Progress-Werk Oberkirch. Der Zulieferer hat sich auf den Bereich Metallkomponenten sowie Systeme rund um die Bereiche Sicherheit und Komfort für die Automobilindustrie spezialisiert. Interessant ist, dass das Unternehmen hauptsächlich innovative High-Tech-Komponenten produziert, deren Margen deutlich über denen einfacher Teile liegen. Im Dezember 2006 hat Progress-Werk Oberkirch die Akquisitionsstrategie mit der 60-prozentigen Beteiligung an dem mexikanischen Zulieferer Cartec abgeschlossen. Diese Beteiligung sowie die bisherigen Zukäufe im Ausland dürften sich dieses Jahr auszahlen, denn inzwischen ist der Konzern in Osteuropa, China, Kanada und Mexiko präsent – alles Regionen mit hervorragenden Wachstumsperspektiven für Automobilzulieferer. Vor diesem Hintergrund ist die Progress-Werk Oberkirch-Aktie mit einem 2007er-KGV von 9 sehr attraktiv bewertet.

Stattliches Gewinnwachstum

Auf Wachstumskurs befindet sich auch die Dürr AG, die in den Bereichen Lackier-, Auswucht- und Reinigungstechnik Weltmarktführer ist. Nachdem das Geschäftsjahr 2006 mit einem EBIT von knapp 30 Millionen Euro abgeschlossen wurde, hat der Konzern für 2007 ein EBIT von 55 bis 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärte Unternehmenssprecher Günter Dielmann, dass mittel- bis langfristig in erster Linie Asien zum zukünftigen Wachstum von Dürr beitragen wird. Aktuell würden rund 30 Prozent des Auftragseingangs auf Asien entfallen und die Tendenz sei steigend. Kurzfristig sollten jedoch vor allem aus Russland große Bestellungen eintreffen, da verschiedene russische Konzerne eine massive Ausweitung der Produktionskapazitäten angekündigt hätten, so Dielmann. Optimal ist in diesem Zusammenhang, dass die russische Regierung bereits 2005 die Einfuhrzölle für Teile, die im Rahmen der industriellen Kfz-Fertigung benötigt werden, deutlich gesenkt hat. In Westeuropa profitiert Dürr laut Dielmann von der im Trend liegenden Modernisierung und Flexibilisierung bestehender Produktionsanlagen. Denn durch den Kostendruck sowie die zunehmende Modellvielfalt sind Autohersteller gezwungen, die Produktion so zu gestalten, dass verschiedene Modelle in einer Linie lackiert und montiert werden können und zudem flexibel auf Nachfrageschwankungen einzelner Modelle reagiert werden kann.

Attraktives Quartett

Die Anteilscheine von Leoni, Bertrandt, Progress-Werk Oberkirch und Dürr überzeugen mit günstigen Bewertungskennzahlen. Als Favorit für 2007 sieht der aktionär die Dürr-Aktie, bei der neben guten Wachstumsperspektiven mittel- bis langfristig auch eine eventuelle Wiederaufnahme in den SDAX für Kursfantasie sorgt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 02/2007.

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