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Das erste Haar in der Suppe

Der Cisco-Rivale Foundry Networkshat am Vorabend eine Gewinnwarnung für das erste Quartal ausgesprochen und damit die Anleger an Wall Street aus ihren Träumen gerissen. Die Aktien brachen nachbörslich zweistellig im Kurs ein.

Der Netzwerkspezialist und Cisco-Rivale Foundry Networks hat am Vorabend eine Gewinnwarnung für das erste Quartal ausgesprochen und damit die Anleger aus ihren Träumen gerissen. Die Aktien brachen im nachbörslichen Geschäft weistellig im Kurs ein.

Von Martin Weiß

Die Freude über das Fed-Protokoll währte ganze zwei Stunden, dann wurden die Investoren durch eine Gewinnwarnung von Foundry Networks unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Netzwerkspezialist, dessen Produktpalette eine Vielzahl von Routern und Switches umfasst, nannte als Ursache für die Warnung einen schlechten Geschäftsverlauf in den ersten drei Monaten. Foundry rechnet daher mit einem Ergebnis zwischen 0,06 bis 0,07 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 84 Millionen Dollar. Bis zur Meldung waren Analysten im Schnitt von 0,10 Dollar Profit und 104 Millionen Dollar an Erlösen ausgegangen.

Aktien auf Talfahrt

Die Aktien brachen am späten Abend um 1,11 Dollar auf 8,49 Dollar ein. Im Sog der Nachrichten erhöhte sich auch der Verkaufsdruck auf die Konkurrenten, darunter Cisco Systems (18,16 Dollar/-0,4 Prozent), Extreme Networks (5,15/ -3,2) und F5 Networks (48,35/-0,4). "Die Umsätze mit der Öffentlichen Hand waren im ersten Quartal rückläufig, ebenso die Erlöse aus dem Firmenkundengeschäft in Nordamerika", sagte Firmenchef Bobby Johnson. Die Aussagen Johnsons könnten am Mittwoch zu kräftigeren Abschlägen bei den Branchenplayern führen, denn bislang waren Analysten davon ausgegangen, dass sich das Wachstum im Netzwerkbereich fortsetzt.

Ambitionierte Ziele

So rechnen die Marktprofis bei Cisco Systems mit einem Umsatzanstieg im Jahresvergleich von 9,6 Prozent auf 6,16 Milliarden Dollar. Merrill Lynch hat die Aktien des Schwergewichts mit Hinweis auf langfristige Wachstumsraten von 10 bis 15 Prozent von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft. Bei Extreme Networks gehen die Analysten von einem Erlösanstieg von 15 Prozent aus, bei F5 Networks und Juniper sogar von 60 bzw. 97 Prozent. Die Erwartungshaltung unter den Analysten ist hoch, entsprechend ambitioniert ist die Bewertung der Aktien. Cisco Systems weist ein KGV auf Basis der für 2005 erwarteten Gewinne von 21 aus, Extreme Neworks eines von 26. Noch deutlich teurer sind F5 und Juniper mit KGVs von 41 bzw. 32.

Fazit: Die teilweise üppige Bewertung der Aktien verlangt nach sehr guten bis exzellenten Quartalsergebnissen. Ein einfaches Erreichen der Prognosen dürfte den Investoren kaum ausreichen, ein schwacher Ausblick schon gar nicht.

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