Ubisoft
- DER AKTIONÄR

Das Ende einer Ära

Selten hat eine Wahl in Frankreich die Bürger so mobilisiert wie die diesjährige Präsidentenwahl. 85 Prozent der stimmberechtigten Franzosen – so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr – wollten am 22. April darüber entscheiden, wer in den nächsten fünf Jahren die Geschicke des Staates leitet. Schließlich steht viel auf dem Spiel: Die Lage auf dem französischen Arbeitsmarkt ist nicht gerade rosig und beim Wirtschaftswachstum ist das Land nur Mittelmaß in Europa.

Die Welt sieht in diesen Tagen nach Frankreich, wo nach zwölf Jahren ein neuer Präsident gewählt wird. DER AKTIONÄR hat sich nach vielversprechenden Aktien umgesehen.

Selten hat eine Wahl in Frankreich die Bürger so mobilisiert wie die diesjährige Präsidentenwahl. 85 Prozent der stimmberechtigten Franzosen – so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr – wollten am 22. April darüber entscheiden, wer in den nächsten fünf Jahren die Geschicke des Staates leitet. Schließlich steht viel auf dem Spiel: Die Lage auf dem französischen Arbeitsmarkt ist nicht gerade rosig und beim Wirtschaftswachstum ist das Land nur Mittelmaß in Europa. Jacques Chirac, der nun nach zwölf Jahren abtritt, hat viele Reformen – vor allem des französischen Sozialsystems – verhindert. Reformen, die zwar unpopulär sind, die das Land aber bitter nötig hat. Egal, ob im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag der konservative Nicolas Sarkozy oder die Sozialistin Ségolène Royal zum neuen Staatsoberhaupt gewählt wird: Für Frankreich bedeutet das Ende der Chirac-Ära eine Chance, dass der Reformstau aufgelöst wird und das Land wieder in neuem wirtschaftlichen Glanz erstrahlt.

Auf Ölsuche

Investments in Frankreich könnten sich daher lohnen. Besonders attraktiv ist Etablissements Maurel & Prom. Der Konzern, der sich auf die Öl- und Gasexploration spezialisiert hat, zählt mit einem 2008er-KGV von 9 zu den günstigsten Gesellschaften auf dem gesamten französischen Aktienmarkt. Das KGV für übernächstes Jahr beträgt aktuell sogar nur 6. Maurel & Prom hat bewegende Monate hinter sich: Im Februar verkaufte der Konzern einen großen Teil seiner Ölfelder im Kongo für 1,4 Milliarden Dollar an ENI. Ende März gab die Gesellschaft die Entdeckung von 11,4 Millionen Barrel Öl in Kolumbien bekannt, nachdem sie 2006 dort lediglich 5,2 Millionen Barrel gefördert hat. Nach dem Deal mit ENI ist Kolumbien derzeit die wichtigste Region für Maurel & Prom. Im Juli 2008 werden die Franzosen zudem in Gabun aktiv, wo man sich die Förderung von beeindruckenden 12.000 bis 15.000 Barrel Öl am Tag verspricht. Maurel & Prom kommt bei den Analysten aktuell gut an. So hat etwa Sandrine Cauvin, Expertin bei Raymond James, die Aktie jüngst von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ hochgestuft.

Starke Spiele

Bei vielen Anlegern fast schon in Vergessenheit geraten ist der PC-Spiele-Entwickler Ubisoft. Dabei ist das Unternehmen quicklebendig. Vor wenigen Tagen gab Ubisoft die Übernahme des Konkurrenten Sunflowers bekannt. Die Hessen besitzen die Rechte an dem Strategiespiel „Anno“, das weltweit über fünf Millionen Mal verkauft worden ist. „‚Anno‘ ist neben unserem Spiel ‚Siedler‘ eines der bekanntesten deutschen PC-Spiele und erreicht eine breite Zielgruppe – auch Frauen und Familien“, so Ubisoft-Chef Yves Guillemot. Auch die eigene Pipeline ist prall gefüllt. „Zu den Highlights gehören in diesem Jahr zweifellos der sechste ‚Siedler‘-Teil sowie das Action-Spiel ‚Assassin’s Creed‘“, sagt Ubisoft-Sprecher Niels Bogdan. Die Ubisoft-Aktie erscheint mit einem 2008er-KGV von 29 nicht allzu günstig – angesichts hoher Gewinnwachstumsraten ist die Bewertung aber gerechtfertigt.

Auch die Aktie von Publicis ist kaufenswert. Die viertgrößte Werbeagentur der Welt weist Margen auf – für nächstes Jahr sind 16,7 Prozent angepeilt –, von denen die meisten Konkurrenten nur träumen können. Publicis hat frühzeitig die Chancen in den Schwellenländern – in China und Russland etwa ist der Konzern Marktführer – und das Potenzial von Internetwerbung erkannt. Vor Kurzem übernahm die Gesellschaft die amerikanische Mc-Ginn Group, um ihr PR-Geschäft zu stärken. Zum Kundenstamm von Mc-Ginn zählen IBM, Texaco und Bank of America.

Vive la France!

Der französische Markt hat Nachholpotenzial. Vielversprechende Einzeltitel für spekulative Anleger sind Etablissements Maurel & Prom und Ubisoft, für konservative Börsianer kommt Publicis in Frage. Alternativ bietet sich das Open-End-Zertifikat auf Frankreichs Leitindex CAC 40 der Commerzbank (ISIN: DE0007036808) und der Spitzenfonds Nestor France (ISIN: LU0077333218) an.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 19/2007.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Benedikt Kaufmann | 0 Kommentare

Säbelrasseln bei Ubisoft

Die Gründer-Familie Guillemot kämpft um ihre Unabhängigkeit. In einem Video trommeln die Mitarbeiter von Ubisoft ihre Unterstützer zusammen. Gerungen wird mit Vivendi um die eigenen Aktionäre und um Anteile. Tag der Entscheidung ist der 29. September 2016. mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Sondersendung: Games Convention

Deutschlands größte Spielemesse hatte in der letzten Woche (KW 34) ihren großen Auftritt. Freunde von Videospielen testeten in Leipzig die Neuheiten der Saison. Vertreten waren bis auf Nintendo alle Größen der Branche. Ob Electronic Arts, Ubisoft oder Intel - jeder zeige, was er zu bieten hat. Das DAF war exklusiv mit vor Ort.

mehr