DAX
- DER AKTIONÄR

Experte Thomas Gebert: Das bedeutet der Brexit für die Börse

Der Brexit bewegt die Märkte und verunsichert die Anleger. Nur was bedeutet das Ausscheiden Großbritanniens für die Aktionäre wirklich? Börsenexperte Thomas Gebert liefert die Antworten.

 

DER AKTIONÄR: Herr Gebert, was bedeutet der Brexit für die Börse?


Thomas Gebert: Nun, gut ist es nicht. Das trübt die längerfristigen Aussichten für die deutschen Aktienkurse natürlich deutlich ein. Der Austritt Großbritanniens aus der EU kann der Beginn des Zerfalls Europas bedeuten. Die Anti-EU Bestrebungen sind auch in vielen anderen europäischen Ländern immer deutlicher spürbar. Deutschland und die deutschen Aktien wären die Leidtragenden dieser Entwicklung. Es scheint mir zwar wahrscheinlich, dass sich die Aktienkurse von diesem Brexit-Schock erholen und eine Weile wieder ganz freundlich tendieren werden, aber im späteren Verlauf des Sommers sind durchaus krisenhafte Zuspitzungen möglich.


Wie soll sich der Anleger positionieren?


Thomas Gebert: In einer Krise sind Gold und US-Staatsanleihen die Investments der ersten Wahl.


Gibt es irgendwelche Aktien die sie nun kaufen würden?


Thomas Gebert: Ich glaube, dass Deutschland der Hauptverlierer des britischen Austritts ist, Großbritannien ist der Hauptgewinner. Das britische Pfund ist sehr deutlich gestürzt und hat damit die britischen Aktien in die Tiefe gerissen. Für Anleger aus dem Euro-Raum wurden damit britische Aktien doppelt billig. Nun können britische Firmen mit dem billigen Pfund günstig in die Welt exportieren. Dadurch steigen langfristig die Unternehmensgewinne, die Aktienkurse klettern und mit den steigenden Exporten legt auch die Währung wieder zu. Das Ganze nennt man Abwertungshausse. Ich habe dieses Phänomen schon oft erlebt. Während der Asienkrise des Jahres 1998 riss der stürzende koreanische Won die koreanischen Aktien mit in die Tiefe. Doch mit der schließlich halbierten Währung konnten Samsung und Hyundai ihren Siegeszug in der Welt antreten. Ohne diesen Startvorteil des billigen Won wäre ihr Erfolg nicht so grandios ausgefallen. Die Aktienkurse der beiden Firmen verzehnfachten sich in den darauf folgenden Jahren. Ohne eine ähnlich rasante Entwicklung implizieren zu wollen, scheint mir britische Aktien im Moment am aussichtsreichsten zu sein. Generell bleibt aber Vorsicht angebracht. Im späteren Sommer kann es durchaus zu einer Baisse kommen.

 

Mehr zu Thomas Gebert erfahren Sie im aktuellen Gebert-Brief.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Thomas Körner -
    Bitte nehmen Sie es mir nicht übel. Aber das Bild von Herrn Gerbert scheint noch aus den frühen 80ern zu sein. Da wäre doch mal ein aktuelles Bild an der zeit oder?

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Michael Schröder | 0 Kommentare

+6% seit Jahresanfang, +190% seit Auflage: Lust auf reale Börsengewinne? Dann sichern Sie sich dieses Kennenlernangebot!

Mit dem Real-Depot vom AKTIONÄR bringen Sie neuen Schwung in Ihr Depot. Denn ab sofort nutzen Sie die gesamte Bandbreite des Börsenhandels: Sie nutzen kurzfristige Trading-Chancen. Sie halten manche Positionen aber auch über Monate, um das Maximum an Rendite aus einem Aktientrend herauszuholen. Nutzen Sie dazu das exklusive Kennenlernangebot. … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX stark unter Druck - Ende der "Honeymoon-Rallye"

Am deutschen Aktienmarkt herrscht am ersten Handelstag der Woche trübe Stimmung. Kurz nach Eröffnung notiert der DAX mehr als 100 Punkte im Minus. Vor allem der wiedererstarkte Euro macht den Börsen hierzulande zu schaffen. Der Grund dafür: Wegen Donald Trumps "America First"-Ideologie trennen sich … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX im Minus - große Gefahr aus den USA!

Langsam werden Erinnerungen an den letzten Sommer wach, als sich der DAX monatelang in einer engen Handelsspanne aufhielt. Es sind zwar erst vier Wochen, doch die jüngste Seitwärts zehrt mittlerweile auch an den Nerven der Anleger. Die Angst geht um, dass dieses Mal die Konsolidierungsformation … mehr