- DER AKTIONÄR

Das 1x1 der Börse TEIL 3

Die Einsteigerserie geht weiter. In der aktuellen Ausgabe erklärt DER AKTIONÄR die Grundlagen der Geldanlage mit Investmentfonds.

Die Einsteigerserie geht weiter. In der aktuellen Ausgabe erklärt DER AKTIONÄR die Grundlagen der Geldanlage mit Investmentfonds.

Von Sebastian Grebe

Anleger müssen und sollen sich beim Aufbau eines Portfolios nicht ausschließlich auf Aktien verlassen. Ein probates Mittel, um die Risikoanfälligkeit eines Depots zu senken, sind Investmentfonds.

Was ist ein Fonds?

Eigentlich kommt der Begriff "Fonds" aus dem Französischen. Dort steht er für "Kapital". Erstmals verwendet wurde er, als britische Investoren ihr Geld zusammenlegten, um sich an Eisenbahnprojekten in den USA zu beteiligen. Heutzutage können Anleger über einen Fonds in nahezu allen Anlagebereichen aktiv werden. Fonds werden von Investmentgesellschaften aufgelegt.

Was "kostet" ein Fonds?

Teilt man den Wert aller im Fonds befindlichen Vermögenswerte durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile, so erhält man den "Net Asset Value" (NAV) eines Fondsanteils. Dieser stellt gleichzeitig den "Kurs" des Anteils dar.

Für Anleger verteuert sich dieser Kurs allerdings meistens noch um den so genannten "Ausgabeaufschlag", der bei Aktienfonds in der Regel vier bis fünf Prozent auf den NAV beträgt. Deswegen gibt es für jeden Fonds zwei Kurse: den Rücknahmepreis und den Ausgabepreis. Der Ausgabepreis besteht aus NAV zuzüglich Ausgabeaufschlag und ist der Kurs, zu dem ein Anleger einen Fondsanteil kaufen kann. Der Rücknahmepreis entspricht dem NAV. Zu diesem Kurs kann ein Anleger den Fonds an die Investmentgesellschaft zurückgeben.

Zusätzliche Kosten entstehen Fondsanlegern durch die Verwaltungsgebühr, die die auflegende Investmentgesellschaft erhebt. Diese liegt je nach Fondstyp zwischen 0,8 und 2,0 Prozent des Anlagevolumens pro Jahr.

Wie kaufe ich einen Fonds?

Bei Fonds kann man sowohl eine bestimmte Menge Anteile kaufen als auch einfach einen bestimmten Betrag investieren. In diesem Fall bekommt man die entsprechende Zahl Anteile im Depot eingebucht. Die Order kann über die Hausbank, den Onlinebroker oder direkt die ausgebende Investmentgesellschaft erfolgen.

Die Tatsache, dass man einen Fonds unabhängig vom aktuellen Kurs immer für einen fixen Betrag kaufen kann, hat dazu geführt, dass viele Privatanleger Fonds regelmäßig besparen. Sie erwerben somit beispielsweise jeden Monat Anteile am Fonds XY für 100 Euro. Bei den meisten Anbietern sind Einmalanlagen in Fonds mittlerweile bereits ab 500 Euro möglich, Sparpläne werden im Regelfall bereits ab 50 Euro pro Monat angeboten. Solche Sparpläne bieten zudem einen großen Vorteil: Sie nutzen den "Cost-Average-Effekt" aus.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt beruht auf der Tatsache, dass man bei einem Fondssparplan bei niedrigen Kursen automatisch mehr und bei hohen Kursen automatisch weniger Anteile kauft. Das führt einerseits dazu, dass Kursschwankungen gedämpft werden.

Andererseits wird der durchschnittliche Einstandskurs optimiert. Ein Beispiel: Ein Fonds wird monatlich mit 100 Euro bespart. Steht er im Januar bei 20 Euro, so erwirbt der Sparer 5,0 Anteile. Im Februar fällt der Fonds auf 16 Euro, somit wandern automatisch 6,25 Anteile ins Depot. Im März, April und Mai bleibt der Fonds auf 16 Euro stehen und dreimal wandern 6,25 Fondsanteile ins Portfolio. Im Juni klettert der Kurs wieder auf 20 Euro und der Sparer kauft 5,0 Anteile.

Unter dem Strich hat er somit 35 Anteile gekauft und dafür 600 Euro ausgegeben. Bei einem Fondskurs von 20 Euro sind diese Anteile aber bereits 700 Euro wert. Der Fonds steht zwar gerade wieder einmal so hoch wie am Jahresanfang. Der Sparer ist aber im Gegensatz dazu schon 17 Prozent im Plus.

Artikel aus DER AKTIONÄR (39/05).

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