Human Genome Sciences
- DER AKTIONÄR

Das „Vertex-Problem“

Monatelang war die Aktie von Vertex von den Analysten hochgejubelt und den Anlegern willig gekauft worden. Doch nun ist erst einmal Schluss mit der Herrlichkeit. Experten reagierten enttäuscht auf Testergebnisse eines von Vertex entwickelten Hepatitis-C-Mittels. Human Genome könnte profitieren.

Des einen Leid, des anderen Freud: Experten reagierten enttäuscht auf Testergebnisse eines von Vertex entwickelten Hepatitis-C-Mittels. Human Genome könnte profitieren.

Monatelang war die Aktie von Vertex von den Analysten hochgejubelt und den Anlegern willig gekauft worden. Noch vor Kurzem notierte das Papier bei über 45 Dollar, der Börsenwert summierte sich auf deutlich über fünf Milliarden Dollar. Doch nun ist erst einmal Schluss mit der Herrlichkeit. Denn zumindest ein Stück weit ist die Grundlage für Jubelarien verloren gegangen.

Enttäuschte Reaktionen

Die vor Kurzem veröffentlichten Daten aus einer klinischen Studie der Phase II belegen zwar, dass das experimentelle Hepatitis-C-Mittel Telaprevir wirksamer ist als die bisherige Standardtherapie aus Interferon und Ribavirin, aber eben doch nicht so effektiv, wie der Markt es gerne gesehen hätte. Dazu gesellten sich Befürchtungen der Analysten, dass die weitere Entwicklung nicht so schnell voranschreite wie geplant – und Vertex damit im Rennen um die Position als First-Mover bei neuartigen Hepatitis-C-Mitteln Boden an Konkurrenten wie Schering Plough oder Boehringer Ingelheim verlieren könnte.Die Vertex-Aktie ging daraufhin in einen steilen Sturzflug über. Binnen weniger Tage verlor das Papier mehr als 30 Prozent an Wert. Circa 1,5 Milliarden an Börsenwert lösten sich in Luft auf.

Möglicher Nutznießer

Ein möglicher Nutznießer des „Vertex-Problems“ ist Human Genome Sciences (HGSI). Das Biotech-Urgestein kommt bei der Entwicklung seiner lang wirksamen Version von Interferon schneller voran als gedacht. Eventuell noch vor dem Jahresende 2008 könnten Daten aus einer klinischen Phase-III-Studie vorliegen. Der Vorteil des Mittels, das bei HGSI unter dem Namen Albuferon läuft, liegen auf der Hand: Es muss nur alle zwei Wochen injiziert werden, statt wöchentlich wie bei herkömmlichem Interferon. Die Patienten haben damit mehr Zeit, sich von den Nebenwirkungen wie Grippesymptomen zu erholen.

Fazit

HGSI könnte von den Problemen bei Vertex profitieren. Da das Unternehmen noch zwei weitere Kandidaten in späten Phasen der Entwicklung hat, ist die Aktie für risikobereite Anleger eine Spekulation wert.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 47/2007.

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