Daimler
- Maximilian Völkl

Daimler-Aktie: Alles halb so wild

Zum Ende der Woche wurde bekannt, dass in den USA eine Klage gegen Daimler eingereicht wurde. In der Folge zählten die Autoaktien zu den schwächsten Werten im DAX. Der Konzern streitet die Vorwürfe zwar ab, dennoch trübt die Angst vor einem neuen Abgas-Skandal die Stimmung der Anleger.

Anklagepunkt ist, dass die Dieselmodelle von Daimler bei Temperaturen unter zehn Grad die US-Grenzwerte für den Ausstoß von giftigem Stickoxid deutlich überschreiten würden. Ein Sprecher von Mercedes-Benz teilte bereits mit, dass die am Donnerstag eingereichte Klage unbegründet sei. Das Unternehmen werde sich deshalb entschieden zur Wehr setzen.

In der Tat scheint es unwahrscheinlich, dass Daimler ein Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Die Anwälte des Klägers argumentieren, dass die Abgaskontrolle bei kühler Witterung unzulässigerweise abgeschaltet werde. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass beim Kaltstart unter bestimmten Temeperaturbedingungen erhöhte Stickoxid-Werte auftreten, erklärte Autoexperte Helmut Becker gegenüber n.tv. Auch andere Marktteilnehmer sprachen von einer sehr zusammengeschusterten Klage. Es deute nichts auf Betrug hin. Aufgrund des unkalkulierbaren Prozessrisikos in den USA sollten Anleger die Sache aber dennoch im Auge behalten.

Ruhe bewahren

Die Klage dürfte im Normalfall keine Gefahr für Daimler darstellen. Sollte die Affäre länger im Raum stehen, droht dem Konzern allerdings ein Imageverlust, der sich zum Beispiel auf den Absatz auswirken könnte. Insgesamt hat sich die Situation der Aktie in der abgelaufenen Woche dennoch deutlich verbessert. Eine attraktive Dividendenrendite von 5,1 Prozent und ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis sprechen für den Titel.

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