Daimler
- DER AKTIONÄR

Daimler-Aktie: Schwache Quartalszahlen im Anmarsch?

In einem freundlichen Gesamtmarkt haben die Papiere von Daimler und BMW in den letzten Tagen wieder ordentlich Boden gut gemacht. Der BMW-Aktie half insbesondere eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Die BMW-Aktie hat in den letzten 10 Tagen 11 Prozent gewonnen. Etwas besser als Daimler mit 8,6 Prozent.

Q1-Zahlen sorgen für Spannung

Spannend wird es am Freitag. Dann wird Daimler die Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Experten gehen davon aus, dass Daimler einen eher mäßigen Start in das Jahr 2016 verbucht hat. Hohe Anlaufkosten für die neue E-Klasse und schwache LKW-Verkäufe dürften das Geschäft bei Daimler zum Jahresstart spürbar belastet haben. Analysten erwarten bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag (22.4.) zwar ein leichtes Umsatzwachstum, aber einen deutlichen Rückgang beim operativen Gewinn.

Umsatz rauf, Gewinn runter

Konzernchef Dieter Zetsche hatte Anleger bei der Hauptversammlung Anfang des Monats bereits auf ein durchwachsenes erstes Halbjahr eingestimmt, für die zweite Jahreshälfte aber mehr Schub versprochen. Vor allem das erste Quartal werde von Kosten für den Verkaufsstart der neuen E-Klasse sowie einer starken Nachfrage nach kleineren Autos beeinträchtigt. Auch die Schwäche wichtiger LKW-Märkte sei ein Grund für den schleppenden Jahresstart, sagte Zetsche.
Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten rechnen für das erste Quartal im Schnitt mit einem Umsatzplus von gut 5 Prozent auf 36,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebit) sinkt den Schätzungen zufolge dagegen um 12 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro.

Marge sinkt

Die Commerzbank-Analysten Sascha Gommel und Yasmin Moschitz erwarten für das erste Quartal in der Autosparte eine deutliche Verschlechterung der operativen Marge von im Jahr zuvor 9,4 Prozent auf 6,5 Prozent. Dennoch rechnen sie damit, dass der Konzern seine Prognose bestätigt. Daimler hat für das laufende Jahr eine leichte Steigerung des operativen Gewinns aus dem fortgeführten Geschäft in Aussicht gestellt.
Zumindest bei den Autoverkäufen läuft es für die Stuttgarter bislang rund. Der Absatz der Autosparte kletterte im ersten Quartal um 13,2 Prozent auf knapp 519.000 Autos.

Schwache LKW-Sparte?

Vor allem die LKW-Sparte könnte aber den HSBC-Analysten Horst Schneider und Henning Cosman zufolge noch eine negative Überraschung bergen. Schwache Verkäufe könnten sogar zu einer Prognose-Senkung führen, fürchten sie. Anfang des Jahres erwartete die Sparte Verkäufe auf Vorjahresniveau, im ersten Quartal ging der Lastwagen-Absatz allerdings zurück, wie Daimler bereits auf der Hauptversammlung mitgeteilt hatte. Doch auch hier hofft Daimler auf Besserung in der zweiten Jahreshälfte.

BMW vor Daimler 

BMW hat bereits die 90 Tage-Linie hinter sich gelassen und wird die 200-Tage-Linie bei 85,50 Euro in Angriff nehmen.  

Bei Daimler hat die Marke von 60 Euro gehalten. Das Papier notiert mittlerweile bei rund 65 Euro. Die 90-Tage-Linie ist nur noch knapp entfernt. Wird diese bei 66,20 Euro geknackt, lautet das nächste Ziel 72 Euro. Hier verläuft die 200-Tage-Linie. Das Momentum spricht derzeit eher für die Aktie von BMW!

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

GM und Ford hängen Daimler, BMW & VW ab

Die Aktien der deutschen Autobauer kommen seit Wochen nur sehr langsam von Fleck. Richtige Kauflaune will bei den Anlegern nicht aufkommen. Zu groß sind die Unsicherheiten, wohin die Reise gehen wird. Zu groß ist die Unsicherheit unter den Anlegern, wer die besseren Karten in Sachen E-Mobilität in … mehr
| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Daimler-Aktie: Neue Milliarden für die E-Offensive

Daimler pumpt noch mehr Geld in die Elektromobilität. Für die E-Offensive macht die Mannschaft um Vorstand Dieter Zetsche weitere zehn Milliarden Euro locker. Bis 2025 sollen zehn Stromer entwickelt werden, bekräftigte Forschungsvorstand Thomas Weber in einem am Freitag vorab veröffentlichten … mehr