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- DER AKTIONÄR

Daimler: Wer greift nach dem Stern?

Börse ist im Grunde einfach. Man muss nur kaufen, wenn die Kurse niedrig sind und verkaufen, wenn sie hoch sind. Profis beherzigen diese Regel und behalten auch dann einen kühlen Kopf, wenn sich die Börsen in Turbulenzen befinden und investieren gerade dann mit Vorliebe ihre Milliarden. Bestes Beispiel: Daimler.

Ein anderes prominentes Beispiel der jüngsten Vergangenheit ist die Schaeffler-Familie, die ein Angebot für den Autozulieferer Continental abgegeben hat. Auch Investmentlegende Warren Buffett gehört zu denjenigen Investoren, die sich von der negativen Stimmung an den Börsen nicht anstecken lassen. Obwohl dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway aufgrund des starken Fokus auf Finanzwerten im Zuge der Subprime-Krise arg gebeutelt wurde, investiert er gerade wieder Milliarden am Aktienmarkt. So hat er sich mit rund drei Milliarden Dollar an Dow Chemical beteiligt und die Übernahme von Wrigley durch Mars mitfinanziert, sodass es nun auch einen bedeutenden Anteil an dem Kaugummihersteller hält. Auch zahlreiche russische Oligarchen sind geradezu im Kaufwahn. Bei Gildemeister sollen sich russische Investoren über verdeckte Paketkäufe bereits 15 Prozent der Aktien gesichert haben.

Im Visier: Daimler

In dieser Woche rückt die Daimler AG in den Fokus: Banken hätten dem Konzern über größere Käufe informiert, berichtete das Magazin "Focus" unter Berufung auf ein Aufsichtsratsmitglied. Diese Nachricht kommt nicht überraschend. Der Autohersteller gilt aufgrund des geringen Börsenwertes – die Aktie notiert nach der Gewinnwarnung Ende Juli nur knapp über ihrem Buchwert von 36,21 Euro je Aktie – als Übernahmekandidat. Vor allem ausländische Investoren sollen interessiert sein. Deren Rechnung ist einfach: In aufstrebenden Ländern wie China oder Russland wächst eine Kundschaft heran, die über eine weit größere Kaufkraft verfügt als die im Heimatmarkt Deutschland. Einstiegschancen wie aktuell – das 2009er-KGV liegt bei 6 – lassen sich die Profis nicht entgehen. Größter Aktionär ist bislang das Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent der Anteile. 92 Prozent befinden sich dagegen noch (!) im Streubesitz.

In der Daimler-Firmenzentrale zeigt man sich gelassen: „Wir sind mit unserer Aktionärsstruktur zufrieden, aber auch offen für Neu-Investoren“, so ein Unternehmenssprecher. Die Aktie reagiert nach den jüngsten Kursrutsch dennoch mit Aufschlägen. DER AKTIONÄR rät Anlegern einen kühlen Kopf zu bewahren und eine Anfangsposition aufzubauen.

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| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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