Daimler
- Jochen Kauper - Redakteur

Daimler, VW & Co: Trump – was bedeutet das für die deutschen Autobauer?

Die Vereinigten Staaten sind vor Frankreich und Großbritannien der wichtigste Abnehmer deutscher Exporte. Die Bundesrepublik lieferte 2015 Waren im Wert von knapp 114 Milliarden Euro in die USA - fast zehn Prozent aller deutschen Ausfuhren. Begehrt in Übersee sind etwa Auto- und Autoteile, Maschinen, Chemieprodukte und Elektrotechnik. Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts hängen in Deutschland direkt und indirekt mehr als eine Million Arbeitsplätze an Exporten in die Vereinigten Staaten.  
Da die deutschen Ausfuhren die Einfuhren aus den USA 2015 bei weitem übertrafen, bestand ein gewaltiger Handelsüberschuss zugunsten Deutschlands. Nach dem Rekordjahr für Exporte in die Vereinigten Staaten haben hiesige Unternehmen aber Gegenwind bekommen. Im ersten Halbjahr gingen die Ausfuhren zurück, da die größte Volkswirtschaft der Welt nur verhalten wächst.

USA: Die Nummer 2
Fakt ist: Die USA sind nach China der wichtigste Automarkt der Welt. 2015 wurden 17,5 Millionen neue Fahrzeuge verkauft. 2016 rechnen Experten ebenfalls mit 17,5 Millionen Autos. Nur China ist mit 22,1 Millionen neuen Einheiten noch wichtiger für VW, Daimler, BMW und Co.

Kommen Importzölle?

Trump hat in seinem Wahlprogramm unter anderem Importzölle angekündigt. Experten halten sogar bis zu 35 Prozent für möglich. Das würde die deutschen Autobauer extrem hart treffen. Auf der anderen Seite US-Firmen wie Ford, General Motors oder Fiat Chrysler helfen. Die deutschen Autoaktien werden aller Voraussicht nach am Mittwoch überproportional verlieren.

Daimler und VW – Aufwärtstrend ist dahin

Bei der Daimler-Aktie wird der Aufwärtstrend dahin sein. Anleger versuchen die Kursschwäche zu nutzen und mit einem Abstauberlimit bei 60,50 Euro  - Tiefpunkt August und September 2016 - sowie einem weiteren Limit bei 58,75 Euro  - Korrekturtief Februar, April und Juli 2016 - zum Zug zu kommen.

VW ist und bleibt eine Sondersituation. Durch den schwachen Gesamtmarkt fiel die VW-Aktie wieder unter die 120 Euro Marke. Neue Vorwürfe gegen das Management sowie Manipulationsvorwürfe gegen die Premium-Tochter Audi belasten zudem den Kurs. Abstauberlimits für die VW-Aktie bleiben bei 114,90 Euro (letzter Tiefpunkt Ende September) und 107 Euro (Korrekturtief Anfang Juli) im Markt.

 

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