Daimler
- Werner Sperber - Redakteur

Daimler: Mit Vollgas in die Zukunft; Börsenwelt Presseschau IV

Die Experten der Prior Börse erklären, Daimler habe sich von der größenwahnsinnigen, mittlerweile rückgängig gemachten Übernahme von Chrysler im Jahr 1998, also der so genannten "Hochzeit im Himmel", noch immer nicht vollständig erholt. Allerdings ziehen die neuen Modelle auch neue Käuferschichten an. Das Modell-Angebot ist jünger als das der Erzrivalen Audi und Bayerische Motoren Werke. Auch die Beteiligung an dem auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb spezialisierten US-Unternehmen Tesla Motors zeigt, Daimler wird modern. Vor diesem Hintergrund wächst Daimler nun schneller als die Wettbewerber. Vorstandschef Dieter Zetsche (Anmerkung der Redaktion: Egbert Prior meint den Vorstandsvorsitzenden Dr. Dieter Zetsche. Auch wenn vor allem Unionspolitiker wie Baron Guttenberg den Titel "Doktor" gesellschaftlich abgewertet haben, weil deren Leistung zum Erwerb dieses Titels darin bestand, zu betrügen, bleibt der "Doktor" ein Namenszusatz und es muss davon ausgegangen werden, dass Dr. Zetsche dafür eine geistige Leistung vollbracht hat.), Dr. Zetsche also möchte bis zum Jahr 2020 zwölf vollständig neue Modellen auf den Markt bringen, für die es bislang keine Vorgänger gibt. Bis zum gleichen Jahr soll Daimler wieder vom derzeit weltweit dritten Platz auf den ersten Rang für sogenannte Premium-Fahrzeuge aufsteigen (Anmerkung der Redaktion: Premium kommt vom lateinischen Wort praemium und bedeutet Belohnung oder Beute. Heute kann dieser Begriff wohl beinahe beliebig verwendet werden, um zu behaupten, ein Produkt habe eine hohe Qualität, was überdurchschnittlich hohe Preise rechtfertige.).

Zudem möchte Dr. Zetsche Daimler profitabler machen, denn der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr nur eine Umsatzspanne von sechs Prozent, während BMW auf neun Prozent kam. Daimler soll in diesem Jahr mehr als fünf Milliarden Euro investieren und etwa den gleichen Betrag noch einmal für die Forschung aufwenden. "Die Stuttgarter fahren im Überholmodus (Anmerkung der Redaktion: Egbert Prior meint wohl nicht die Menschen, welche in Stuttgart wohnen, sondern den Konzern Daimler, der dort den Firmensitz hat. Was Prior mit "Modus" meint, ist unklar, denn Modus kommt aus dem lateinischen und heißt Art, Weise. In der Musik werden damit die Kirchentonarten, das tonale Ordnungssystem der abendländischen Musik vom Mittelalter bis zur Neuzeit bezeichnet; in der europäischen Musik des 12. und 13. Jahrhunderts sechs rhythmisch festgelegte Schemata aus langen und kurzen Noten als Basis einer modalrhythmischen Komposition; im Jazz eine Modale Tonleiter, die auch außereuropäischen Ursprungs sein kann; in der Zwölftonmusik ist es ein Oberbegriff für die Zwölftonreihe und ihre Umkehrung; in der Musik Olivier Messiaens die Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten; in der Musikethnologie rhythmische Formeln; Tonleitern, Tonweisen beziehungsweise Melodiemodelle. In der Sprache steht der Begriff Modus für einen grammatikalischen Konjugationsparameter des Verbs und einen Begriff aus der Erzähltheorie, eingeführt von Gérard Genette. In der Logik ist Modus der Name bestimmter Schlussregeln. Weiter bezeichnet Modus den häufigsten Wert einer Häufigkeitsverteilung, eine Betriebsart in Wissenschaft und Technik, eine Einstellung eines Vorgangs in der Informatik, in der Rechtswissenschaft eine Gesetzliche Erwerbungsart, die Durchführungsweise eines sportlichen Wettbewerbs, einen Reisezugwagen der Deutschen Bahn, eine Spielart bei Computerspielen und ein Automodell von Renault.)." Daimler setzte im ersten Quartal des laufenden Jahres knapp 30 Milliarden Euro um. Das sind 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Betriebsergebnis verdoppelte sich beinahe auf 1,8 Milliarden Euro. Auch die Rendite der traditionell margenschwachen Nutzfahrzeugsparte zog zuletzt an (Anmerkung der Redaktion: Egbert Prior meint gewiss nicht die Übergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen, Glaubensvorstellungen und anderem über Generationen in einer Gruppe, die damit zu einer Kultur werden. Wahrscheinlich meint er, die Nutzfahrzeugsparte von Daimler erwirtschaftet schon immer oder schon seit langem niedrige Gewinnspannen.). Das KGV für das laufende Jahr wird auf 11 geschätzt, was für einen Konzern in dem zyklisch verlaufenden Geschäft des Fahrzeugbaus hoch ist. Falls die Strategie von Dr. Zetsche jedoch erfolgreich ist, dürfte der Gewinn in den kommenden Jahren kräftig steigen. Dazu kommt, Daimler verfügt über eine kerngesunde Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 40 Prozent und die Ausschüttungsquote soll von 35 auf 40 Prozent erhöht werden. Für das vergangene Jahr zahlte Daimler 2,25 Euro je Anteil aus, was einer Dividendenrendite von 3,4 Prozent entsprach.

Börsenwelt Presseschau (Aus gegebenem Anlass: Der vorhergehende Text ist von der genannten Publikation übernommen sowie üblicherweise sinnwahrend gekürzt und verständlicher formuliert. Anmerkungen der Börsenwelt-Redaktion stehen ausschließlich in Klammern und sind mit dem Vorsatz "Anmerkung der Redaktion" gekennzeichnet. Eine Presseschau gibt Texte anderer Presseorgane wieder, ohne deren Sinn zu verändern. Kollege H. G. hat auf folgendes hingewiesen: Die Bezeichnung "endlos laufender Call-Optionsschein" ist nicht korrekt beziehungsweise irreführend, denn Optionsscheine (im strengen Sinne) haben immer eine Laufzeit. Korrekt müsste es "Turbo-Call-Optionsschein" etc. heißen. Im Sinne der leichteren Lesbarkeit behalten wir jedoch die Formulierung "endlos laufender Call-Optionsschein" bei.)


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