Daimler
- Werner Sperber - Redakteur

Daimler: Hilfe und Hurra, die Chinesen kommen

Die Daimler AG verkauft Fahrzeuge, Finanzdienstleistungen und im Endeffekt auch Aktien. Was soll ein Unternehmenssprecher also anderes sagen als "Wir freuen uns", wenn es heißt, jemand aus China wolle viele Aktien kaufen.

Einstieg bis zum Jahresende
Daimler selbst ist in der Volksrepublik an 18 Firmen mit mindestens zehn Prozent beteiligt oder sie gehören dem Konzern ganz. Die kleinste Beteiligung von knapp 10,1 Prozent ist die an der BAIC Motor Corporation ltd, einer Tochterfirma der staatlichen Beijing Automotive Industry Holding (BAIC). Genau dieser Staatskonzern möchte sich nun maßgeblich an Daimler beteiligen. Xu Heyi, Chairman der BAIC Group und BAIC Motor, sagt, BAIC spreche mit Daimler und sei in der Schlussphase der Verhandlungen, welche bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen.

Daimler und BAIC betreiben das Gemeinschaftsunternehmen Beijing Benz Automotive (BBAC) seit dem 8. August 2005, also seit zehn Jahren. Daimler gehören 49 Prozent an diesem Joint-Ventrure und 51 Prozent an der gemeinsamen Vertriebsfirma Beijing Mercedes-Benz Sales Service. BBAC entwickelte sich bis vor kurzem prächtig und ist sowohl für Daimler als auch für BAIC ein Gewinntreiber gewesen. Hubertus Troska, als Vorstand von Daimler für die Region Greater China verantwortlich: "BBAC ist ein Sinnbild für das feste Vertrauen, das Mercedes-Benz in den chinesischen Markt hat."

Gründe für und wider
Ein gegenseitiger Einstieg von Konzernen ist etwas ganz gewöhnliches und diese Beteiligung ist schon seit längerem geplant. Der Sprecher sagte: "Wir freuen uns immer über Interesse an unserem Unternehmen. Dabei sind uns auch Investoren aus China willkommen. BAIC ist unser wichtigster Partner in China und uns verbindet eine enge Kooperation. Wir sind aber auch mit unserer Aktionärs-Struktur derzeit sehr zufrieden. Wir haben eine gesunde Balance zwischen deutschen, europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Investoren." Fast 3,1 Prozent an Daimler gehören der Norges Bank, 3,1 Prozent den Partnern Renault und Nissan, knapp 3,2 Prozent der Deutschen Bank, 5,6 Prozent BlackRock Inc. und 6,8 Prozent dem kuwaitischen Fonds Kuwait Investment Authority.

Daimler könnte also einen größeren, dauerhaften Aktionär gut gebrauchen – schon für den unwahrscheinlichen Fall eines Übernahmeversuchs. Andererseits kann BAIC, wie jeder chinesische Konzern, Zugang zu Hochtechnologie gebrauchen. Genau dieses Fachwissen holen sich chinesische Unternehmen derzeit mit ihren Beteiligungen an ausländischen Firmen. Für die Anleger zählt derzeit jedoch nur das Chartbild von Daimler und solange das nicht wieder besser aussieht, sollten sie einen Neueinstieg abwarten.


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| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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