COR&FJA
- Michael Schröder - Redakteur

COR&FJA-Vorstand: "Wir sind der Key Player"

Die positiven Meldungen aus dem Hause COR&FJA reißen nicht ab. Mit der österreichischen Merkur Versicherung setzt nun erstmals ein Unternehmen die COR.FJA Insurance Suite spartenübergreifend ein. Das Projektvolumen liegt im oberen einstelligen Millionenbereich. DER AKTIONÄR fragte nach beim Vorstandschef Ulrich Wörner.

Im Hintergrundgespräch sprach DER AKTIONÄR mit COR&FJA-Vorstandschef Ulrich Wörner über die Bedeutung dieses Auftrags, die Kooperationen mit den börsennotierten Beteiligungen B+S Banksysteme und Plenum sowie die mittelfristigen Perspektiven der Gesellschaft.

DER AKTIONÄR: Herr Wörner, die österreichische Merkur Versicherung AG hat sich für die COR.FJA Insurance Suite entschieden. Was ist das Besondere an diesem Auftrag?

Ulrich Wörner: Zwei Punkte sind bei diesem Deal besonders bemerkenswert: Zum einen wird mit der Merkur zum ersten Mal ein Versicherungsunternehmen die COR.FJA Insurance Suite spartenübergreifend einsetzen und in diesem Zusammenhang sowohl unsere Leben-Lösung COR.FJA Life wie auch COR.FJA P&C im Bereich Sachversicherung zum Einsatz bringen. Der zweite wichtige Aspekt des Vertrags ist die internationale Ausrichtung der Zusammenarbeit, denn aufgrund der Mehrsprachigkeit und Mehrwährungsfähigkeit unserer Lösung wird das System ab Anfang 2013 bei allen fünf südosteuropäischen Merkur-Tochtergesellschaften in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien sowie in Montenegro eingesetzt. Insofern zeigt der Erfolg bei der Merkur genauso wie der erst kürzlich gemeldete Vertriebserfolg bei der niederländischen DELA, dass sich unsere intensivierten Auslandsaktivitäten auszahlen und wir bei der angestrebten Internationalisierung unserer Lösungen auf dem richtigen Weg sind.

Das Projektvolumen liegt im oberen einstelligen Millionenbereich. Wann wird der Vertrag umsatz- bzw. ergebnisrelevant?

Der Vertrag wird in den Jahren 2011 und 2012 umsatz- und ergebnisrelevant.

Ist die COR.FJA Insurance Suite aktuell schon vollständig fertig entwickelt bzw. vereinheitlicht?

Wir liegen bei der Weiterentwicklung der COR.FJA Insurance Suite im Plan und sind mit dem momentan erreichten Stand absolut zufrieden. Insofern können wir auch die in der Vergangenheit getätigten, außerordentlich hohen Eigeninvestitionen, die im zurückliegenden Geschäftsjahr 2010 bei mehr als 9.000 Personentagen lagen, in diesem und im kommenden Jahr deutlich zurückfahren und die dabei freiwerdenden Kapazitäten nach Möglichkeit in zusätzlichen Umsatz überführen. Im laufenden Geschäftsjahr 2011 sind nochmals knapp 1.250 Personentage für die Integration der Produkte in die COR.FJA Insurance Suite vorgesehen.

Wie sieht es entwicklungsseitig mit der COR.FJA Banking Suite aus?

Wir werden das Projekt zum Aufbau der COR.FJA Banking Suite im zweiten Quartal dieses Jahres abschließen und die Lösung anschließend an unsere Kunden ausliefern. Die wesentlichen technischen Neuerungen sind die Plattformneutralität und die neue, moderne grafische Benutzeroberfläche für eine optimierte Prozessunterstützung.

Seit Anfang April bietet COR&FJA unter dem Produktnamen COR.FJA Sales & Service System ein webbasiertes Maklerportal an. Welche Erwartungen haben Sie an dieses Produkt?

Der Vertriebskanal über die Makler hat bei den meisten Versicherungsunternehmen einen hohen Stellenwert. Um die Makler zu binden, ist neben der Vergütungsthematik insbesondere eine hohe Servicequalität ausschlaggebend. Häufig fehlt den Versicherungsunternehmen hierfür aber die geeignete Software. Und genau diese bieten wir - mit den positiven Erfahrungen, die wir in den englischsprachigen Märkten gemacht haben - nunmehr auf dem europäischen Markt an.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Ihren Beteiligungen B+S Banksysteme Aktiengesellschaft und Plenum AG? Gibt es bereits gemeinsame Projekte/Synergien etc.?

In Hinblick auf die Beteiligung an der B+S sind wir aktuell in Diskussionen über einen Kooperationsvertrag. Davon unabhängig geben wir bereits gemeinsame Angebote bei potenziellen Kunden ab, und wir arbeiten intensiv an der Analyse weiterer Synergiepotenziale. Im Rahmen unserer Beteiligung an der Plenum AG setzen wir momentan die ersten gemeinsamen Projekte auf.

Gibt es Überlegungen, nach dem Rücktritt von Plenum-Chef Hartmut Skubch, auch dessen Aktienpaket in Höhe von 16 Prozent zu übernehmen?

Nein, solche Überlegungen gibt es momentan nicht.

Welche Erwartungen haben Sie an das laufende Geschäftsjahr? Ist in den nächsten Monaten mit weiteren Großaufträgen zu rechnen?

Angesichts der aktuellen Markt- und Vertriebssituation sind wir zuversichtlich, dass wir unsere im Februar veröffentlichten Ziele für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 124,5 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis (EBT) vor fusionsbedingten Abschreibungen von 9,2 Millionen Euro erreichen werden. Darüber hinaus dürfen Sie davon ausgehen, dass wir im Laufe der kommenden Monate sicherlich die eine oder andere positive, kapitalmarktrelevante Neuigkeit vermelden können.

Wie sehen Sie die mittelfristigen Perspektiven für COR&FJA? Wann rechnen Sie damit, wieder zu alter Ertragsstärke zurückzufinden?

Der hohe Innovationsdruck zur Entwicklung neuer Finanzprodukte und deren Abbildung in den IT-Landschaften genauso wie die weiter zunehmende Regulierung im gesamten Finanzdienstleistungssektor mit dem damit verbundenen Anpassungsbedarf bei den eingesetzten Lösungen führen dazu, dass sich der Trend zum Einsatz von Standardsoftware bei Versicherungen und Banken weiter verstärkt. Und in diesem Segment ist COR&FJA im deutschsprachigen Umfeld sowie zunehmend auch in Europa der Key Player. Insofern blicken wir überaus optimistisch in die Zukunft und wollen auf mittlere Sicht auch ertragsseitig in die Erfolgsspur zurückkehren.

Herr Wörner, vielen Dank für das Interview.

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