Continental
- Martin Mrowka - Redakteur

Continental: Es kann noch weiter abwärts gehen

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate musste Continental bei seinen Zielen zurückrudern. Erstmal wurde der Geschäftsausblick im April gesenkt, am Mittwoch folgte eine erneute Umsatz- und Gewinnwarnung. Dabei hatte man noch Anfang August bei der Vorlage der Halbjahreszahlen die Jahresziele bestätigt. Nun sei die Nachfrage in China und Europa schwächer als erwartet. Die Conti-Aktie stürzte von 186 Euro am Mittwoch um gut 17 Prozent auf 153,35 Euro am Donnerstag ab. Heute gehören die Autozulieferer zu den Tagesgewinnern im DAX. Doch neue Rücksetzer sind weiterhin möglich.

Gute Perspektiven, aber…

Reihenweise kürzten die Analysten in den vergangenen Tagen ihre Kursziele. Noch am Mittwoch reagierte die NordLB und senkte ihr Kursziel für Conti von 200 auf 170 Euro. Zuletzt folgte das Analysehaus Independent Research mit einem Zwölf-Monats-Kursziel von 175 Euro. Alle Experten sind der Meinung, dass der Konzern weiterhin gute Zukunftsaussichten hat und plädieren fast durchweg auf „Halten“. Der Automobilzulieferer besetze schließlich mit neuer Automobiltechnik den schnell wachsenden Mobiltätsmarkt (Elektromobilität und autonomes Fahren). Die mittelfristigen fundamentalen Faktoren bleiben intakt.

Doch das Vertrauen in das Management bröckelt. Dass der Konzern so kurz nach der Halbjahresbilanz zurückrudern muss, ist nicht gerade vertrauensbildend. Eine Besserung der Geschäfte und eine Rückkehr zu alter Wachstumsstärke können nun dauern. Auch der Auto-Industrie geht es schließlich schlecht. Zudem ist die angedachte Umstrukturierung – die drei Sparten Reifen, Autozulieferungen und Antriebe sollen unter dem Dach einer Holding zusammengefasst werden – teuer und bindet Managementpower. Das wird sich in der Kostenrechnung des DAX-Konzerns niederschlagen. 

Selbst eine nochmalige Korrektur der Conti-Ziele ist nicht ausgeschlossen. Außerdem ist der DAX-Wert auch charttechnisch schwer angeschlagen. Auf aktuellem Kursniveau notierte die Conti-Aktie zuletzt im November 2014. Eine technische Unterstützung liegt auf dem damaligen Jahrestief bei 136,85 Euro. Da ist also noch gehörig Luft nach unten.

 DER AKTIONÄR rät langfristig orientierten Anlegern, eine Bodenbildung des Kurses abzuwarten. Erst wenn sich die Geschäftsaussichten des Automobilzulieferers wieder aufhellen, dürfte sich ein neuer Aufwärtstrend bilden. In der Zwischenzeit dürften Schnäppchenjäger die Conti-Aktie immer wieder mal beflügeln. Beim Kurzfrist-Trading ist dann ein gutes Händchen fürs Timing gefragt.

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