- DER AKTIONÄR

Continental - Neue Technik, neue Märkte

Ein Riesengeschäft wittert der Automobilzulieferer Continental auf dem Boommarkt Hybrid-Motoren. Das schafft reichlich Kursfantasie. Finanzvorstand Dr. Alan Hippe über die neue Technologie, die jüngsten Zahlen und die Conti-Aktie.

Ein Riesengeschäft wittert der Automobilzulieferer Continental auf dem Boommarkt Hybrid-Motoren. Das schafft reichlich Kursfantasie. Finanzvorstand Dr. Alan Hippe über die neue Technologie, die jüngsten Zahlen und die Conti-Aktie.

DER AKTIONÄR: Dr. Hippe, Continental hat bereits nach neun Monaten die Ergebnisse des gesamten Vorjahres übertroffen - obwohl die Automobilkonjunktur weltweit lahmt. Was ist das Geheimnis?

Dr. Alan Hippe: Es gibt mehrere und gar nicht so geheime Faktoren. Erstens: die strategische Positionierung als internationaler Automobilzulieferer, Reifenhersteller und Spezialist für industrielle Kautschuk- und Kunststofftechnologie. Dadurch sind wir nur zu 60 Prozent direkt von den Automobilherstellern abhängig. Zweitens: unsere hoch innovative Produktpalette. Drittens: unser striktes Kostenmanagement, zu dem der konsequente Aufbau vor allem arbeitskostenintensiver Produktionskapazitäten an Standorten mit niedrigen Kosten gehört.

Nach Expertenansicht werden die Rohstoffpreise für einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau verharren. Wie geht das Unternehmen mit dieser Belastung um?

Sie haben Recht: Wir gehen für das Jahr 2005 von einer zusätzlichen Belastung von rund 200 Millionen Euro aus. Auch für das kommende Jahr sehen wir keine Entspannung. Zum einen begegnen wir dieser Entwicklung mit Preiserhöhungen. Das funktioniert bislang im Ersatzgeschäft recht gut, ist allerdings bei den Automobilherstellern im derzeitigen ökonomischen Umfeld eine Herausforderung. Zum anderen arbeiten wir stetig an Effizienzverbesserungen.

Teil der Expansionsstrategie ist eine Ausweitung der Geschäfte in Asien. Geplant sind unter anderem der Aufbau eines Entwicklungszentrums in Japan und einer Reifenfabrik in China. Wie werden sich diese Aktivitäten auf das zukünftige Ergebnis auswirken?

Wir sind schon in Asien vertreten, insbesondere durch Division Automotive Systems. So sind wir in China Marktführer bei Bremssystemen. Wir haben in Malaysia die Continental Sime Tyre, ein Mehrheits-Joint Venture. Natürlich wollen wir in dieser Wachstumsregion weiter expandieren. Dabei haben wir mehrere Möglichkeiten: Ausbau vorhandener Kapazitäten, neue Joint Ventures beziehungsweise Akquisitionen oder der Aufbau neuer Produktionsstätten. Eine Reifenvertriebsorganisation ist im Aufbau. Wir eröffnen ein neues Hauptquartier für China in Shanghai. In Japan wollen wir das Geschäft mit den dortigen Herstellern ausbauen. Darüber hinaus arbeiten wir an anderen Projekten.

Ein Faktor, der bei der Continental-Aktie für Kursfantasie gesorgt hat, ist die Entwicklung von Hybrid-Motoren. Ab wann und in welchem Maß werden sie zum Ergebnis beitragen?

Hybrid-Systeme sind eine hoch innovative Technologie, deren Potenzial weit über die bisher eingesetzte Technik hinausgeht. Viele Systembestandteile wie zum Beispiel die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen oder auch das Energiemanagement sind nicht nur für Hybridautos wichtig, sondern im Prinzip in jedem Fahrzeug ohne Verbrennungsmotor unverzichtbar. Die Continental ist hier durch Know-how wie auch durch eine Kooperation mit der ZF Friedrichshafen hervorragend aufgestellt. Eine gewisse Kursfantasie ist sicherlich berechtigt, es ist aber noch nicht möglich, einen Ergebnisbeitrag vorherzusagen.

Im vergangenen Jahr partizipierten die Anteilseigner am Conti-Erfolg durch eine Gewinnausschüttung von 0,80 Euro je Aktie. Dürfen sich die Aktionäre auf eine Erhöhung der Dividende freuen?

Wir als Vorstand haben immer gesagt, dass die Aktionäre an einer positiven Ergebnisentwicklung entsprechend beteiligt werden.

Können Sie drei gute Gründe nennen, warum Anleger die Continental-Aktie kaufen sollten?

Die Aktie hat eine sehr solide Basis, die sich durch unser Produktportfolio, solide Margen sowie konsequente Umsetzung auszeichnet. Zweitens besitzt Continental eine gute Wachstumsperspektive, die sich durch hoch innovative Produkte begründet. Drittens werden wir unsere Aktionäre an unseren Erfolgen auch zukünftig partizipieren lassen.

Das Interview führte Heike Gorres.

Fazit: Gut fahren mit dem Trend

Am Continental-Himmel gibt es keine Anzeichen für ein Ende des Aufwärtstrends. Bereits in Ausgabe 39 hat der aktionär den Einzeltitel konservativ orientierten Anlegern als Topp-Tip ans Herz gelegt. Die Aktie sollte weiterhin eine sichere Bank im Depot sein.

Artikel aus DER AKTIONÄR (47/05).

 

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