Conergy
- Thomas Bergmann - Redakteur

Conergy: Friss oder stirb!

Conergy hat gestern zu einer außerordentlichen Hauptversammlung Ende Februar eingeladen. Neben dem Kapitalschnitt stehen jetzt auch die Konditionen für die anschließende Kapitalerhöhung fest. Die neuen Aktien werden zu 1,05 Euro ausgegeben.

Am 25. Februar wird der TecDAX-Konzern im CCH-Congress Center Hamburg eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten. Wie gestern in der Einladung mitgeteilt wurde, sollen die Aktionäre über einen Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung entscheiden. Die neuen Aktien werden zu einem vermeintlichen "Schnäppchenpreis" ausgegeben.

Conergy will im ersten Schritt das Grundkapital um rund 350 Millionen Euro senken und damit den Verlustvortrag in Höhe von etwas über 600 Millionen Euro reduzieren. Anschließend soll das Grundkapital wieder um rund 188 Millionen Euro erhöht werden. Die Aktien werden hierbei den Aktionären mit Bezugsrecht zu einem Preis von 1,05 Euro angeboten.

Was macht der Kurs?

Rein theoretisch müsste sich der Aktienkurs durch die Kapitalherabsetzung im Verhältnis 8:1 von 0,40 Euro auf 3,20 Euro erhöhen. Im Zuge der anschließenden Kapitalerhöhung sollte der Kurs dann in Richtung 1,50 Euro fallen. Die Rechnung sieht folgendermaßen aus: 1 alte Aktie à 3,20 Euro plus 3,77 neue Aktien à 1,05 Euro geteilt durch 4,77 Aktien.

Bezugsrechte, die nicht ausgeübt werden und damit verfallen, werden den bisherigen Geldgebern wie York Capital oder Sothic Capital zur Zeichnung angeboten. Diese haben aber die Möglichkeit, ihre Kredite in Aktien zu wandeln.

Friss oder stirb!

Wer dem Unternehmen Conergy kein frisches Geld mehr geben will, muss mit einer starken Verwässerung seiner Anteile und entsprechenden Kursverlusten rechnen. Der Kurs der Aktie wird sich nämlich nach Einschätzung des AKTIONÄRS nach den Kapitalmaßnahmen zwischen 1,50 und zwei Euro einpendeln. Fraglich ist, ob die frischen Mittel auch ausreichen werden, die Gesellschaft wieder in die richtige Spur zu bringen. Angesichts des starken Wettbewerbs sind Zweifel berechtigt. DER AKTIONÄR rät daher weiterhin von Conergy ab.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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