Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Griechenland-Schock - Aktien brechen ein

Die Hoffnung auf eine Lösung in der Griechenlandkrise war groß. Nun steht fest: Die Anleger müssen sich weiter in Geduld üben. Das schmeckt der Börse ganz und gar nicht. Deutsche Bank und Commerzbank verlieren am Morgen deutlich.

Im Schuldendrama um Griechenland zeichnet sich trotz wachsendem Zeitdruck keine Lösung ab. Die neue griechische Regierung ließ zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Gespräche mit den Euro-Partnern platzen. Das Links-Rechts-Bündnis in Athen lehnt eine von den anderen 18 Euro-Ländern favorisierte Verlängerung des aktuellen, Ende Februar auslaufenden Hilfsprogramms ab und strebt statt dessen eine finanzielle Überbrückung bis Sommer an.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis stellte klar: „Wir wollen einen neuen Vertrag.“ Das alte Programm wies die griechische Regierung als unsozial zurück. Varoufakis gehe davon aus, dass es in den kommenden 48 Stunden weitere Verhandlungen auf europäischer Ebene geben könne. Seinen Amtskollegen in der Eurogruppe warf er unkonkrete Angaben über Absichten vor. "Ein bisschen Flexibilität reicht nicht", sagte er.

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici sagte: "Es gibt keine Alternative zur Verlängerung des Programms." Die griechische Regierung könne die nötige Flexibilität nutzen und dann könne auch über Inhalte und Zeit gesprochen werden. Europäische Regeln müssten aber eingehalten werden.

Noch immer Grund zur Hoffnung

Zwar haben die großen Banken ihr Griechenland-Exposure deutlich abgebaut. Was den Märkten aber Angst macht, ist: Was passiert nach dem Grexit mit Italien und Frankreich? Ist der Austritt Griechenlands aus dem Euro der Anfang vom Ende der Währungsgemeinschaft? Einige Experten halten Letzteres für wahrscheinlich. Ein Bankrott eines bedeutenden Landes wie Frankreich würde die Märkte und insbesondere die Banken erschüttern. Aber: Noch ist die Hoffnung auf ein gutes Ende der Griechenlandkrise nicht unbegründet. Sollten sich die Europartner einigen, würden die Kurse von Commerzbank und Deutscher Bank anziehen. Mutige können den Rücksetzer am Dienstagmorgen zum Einstieg nutzen. Bei der Deutschen Bank sollte der Stopp bei 19,50 Euro gesetzt werden und bei der Commerzbank bei 9,80 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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