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- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Griechen-Poker geht weiter - Aktien unter Druck

Die Ungewissheit vor den Verhandlungen über neue Hilfen für Griechenland dämpft die Aktivität am deutschen Aktienmarkt am Freitag. Nach seinem Rekordhoch vom Donnerstag knickt der DAX ein. Zu den Verlierern gehören Commerzbank und Deutsche Bank.

Auf einer Sondersitzung am Freitag (15.00 Uhr) in Brüssel werden sie abermals über neue Finanzhilfen für das pleitebedrohte Land ringen.

Varoufakis hatte den Antrag am Donnerstag an Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem geschickt. In Berlin war der Antrag auf strikte Ablehnung gestoßen. "Der Brief aus Athen ist kein substanzieller Lösungsvorschlag", sagte der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Martin Jäger, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bundesregierung stößt sich daran, dass Athen lediglich eine "Brückenfinanzierung" beantrage, ohne die Anforderungen des Programms zu erfüllen: "Das Schreiben entspricht nicht den am Montag in der Eurogruppe vereinbarten Kriterien", sagte Jäger.

In dem Schreiben an die Eurogruppe, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, bittet der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis um eine sechsmonatige Verlängerung der Finanzhilfen für das Krisenland - also faktisch bis Ende August.

Für das hochverschuldete Land wird die Zeit knapp: Am 28. Februar läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Europäer aus. Ohne eine Verlängerung droht dem Land die Pleite.

Grexit ist nicht das Problem

Ein Grexit würde die Banken kurzfristig belasten. Allerdings haben Deutsche Bank, Commerzbank und Co ihr Exposure in Griechenland schon längst auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag reduziert. Das ist also nicht das Problem, sondern die Angst vor weiteren Austritten aus der Eurozone, etwa von Italien oder Frankreich. Sollte die Politik im Fall Griechenland aber eine Lösung finden, würden die Kurse merklich anziehen. Dann sollte die Commerzbank schnell über zwölf Euro klettern und die Deutsche Bank die 30-Euro-Marke in Angriff nehmen. Stoppkurse bei 23 Euro beziehungsweise 9,80 Euro setzen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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