Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Ein rabenschwarzer Tag

Die Erholung nach dem Brexit-Schock ist vorbei, die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank geben am Donnerstag kräftig nach. Vor allem für die Deutsche Bank sieht es schlecht aus.

Die Serie schlechter Nachrichten zur Deutschen Bank reißt nicht ab. Entsetzt flüchten zunehmend mehr Anleger aus den Aktien oder fassen sie erst gar nicht mehr an. Am Donnerstag sackten die Papiere des einst hoch angesehenen deutschen Finanzhauses bei 12,05 Euro auf ein neues Rekordtief ab. Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt, der Kurs ist wieder gestiegen.

Die Gründe für das Abrutschen: Die US-Tochter der Deutschen Bank ist zum zweiten Mal durch den Stresstest der Fed gefallen. Zudem warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor besonders hohen Gefahren für das gesamte weltweite Finanzsystem, die von der Deutschen Bank wegen ihrer Verflechtungen zu anderen Firmen auszugehen scheinen.

Commerzbank abgestuft

Die Aktie der Commerzbank verliert am Nachmittag 1,6 Prozent auf 5,77 Euro. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Commerzbank-Aktie von "Equal-weight" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 9,40 auf 6,90 Euro gesenkt. Ein kostspieliges Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union werde auf die Ergebnisse der Banken drücken, so die Analysten, die ihre Gewinnschätzungen anpassten.

Commerzbank ist der Favorit

Der Brexit trifft die Commerzbank viel weniger stark als die Deutsche Bank. Die Commerzbank macht elf Prozent ihrer Erträge in Großbritannien, die Deutsche Bank 20 Prozent. Bei der Commerzbank weiß der Markt längst, welche Strategie das Unternehmen fahren will. Bei der Deutschen Bank ist noch immer einiges ziemlich vage. Mutige Anleger, die den Absturz der Bankenbranche nutzen wollen, setzen deshalb derzeit lieber auf Deutschlands Nummer 2.

(Mit Material von dpa-AFX)

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